Beeskow (moz) Plakate aus der DDR sind ab Sonnabend auf der Burg Beeskow zu sehen. Die Ausstellung „Verführung zur Kunst“ zeigt 60 Arbeiten aus vier Jahrzehnten, die für Kunstausstellungen in der DDR warben.
Die Plakate gehören zur Sammlung Leber, die seit 1999 im Kreisarchiv Oder-Spree fachgerecht untergebracht ist. Den Grundstock dieser über 30 000 gesammelten Objekte bildet der ehemalige Plakatbestand des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR, das eine nachgeordnete Einrichtung des Ministeriums für Kultur war und bis zu seiner Abwicklung 1990 nationale und internationale Kunstausstellungen realisierte. Als die Lagerräume in Berlin-Mitte geräumt wurden, rettete Ausstellungsregisseur Dieter Leber den Bestand vor dem Recyclinghof. Diesen übergab er neun Jahre später als Dauerleihgabe an das Kreisarchiv Oder-Spree.
Bereits die kleine Auswahl von Plakaten aus dem Sammlungsbestand verdeutlicht den besonderen Stellenwert von Kunst in der DDR als staatlich gefördertes Erziehungsmedium. Die großen Dresdner Kunstausstellungen, die 1946 bis 1988 zehnmal organisiert wurden, aber auch die nationalen und internationalen Ausstellungen der vielen Museen und Galerien gaben die Richtung vor, welche Kunst angestrebt und akzeptiert wurde. Ziel sei die Vermittlung „verordneter Botschaften“ über die Kunst gewesen, schreibt Kuratorin Simone Tippach Schneider. Die Konflikte des Staates mit den Künstlern und den Akteuren der Ausstellungen seien nie öffentlich ausgetragen worden.
Eröffnet wird die Plakat-Ausstellung am Sonnabend um 15 Uhr auf der Burg Beeskow.
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