Bernau (moz) „Es kommen immer mehr Fahrradtouristen“, berichtet Ulrike Menzel von der „Pension am Wukensee“ in Biesenthal, die in diesem Jahr auf das 15-jährige Bestehen zurückblicken kann. „Dabei bringt uns der Berlin-Usedom Fernradwanderweg besonders unter der Woche viele Gäste“, sagt die langjährige Chefin, die jetzt die Geschäfte an Sohn Matthias übergeben hat. Die radelnden Hotelgäste, die sich entweder per Internet anmelden oder ganz spontan nachfragen, finden für ihr muskelbetriebenes Vehikel einen geschützten Unterstand vor. Entspannen können sie sich dann direkt am Wukensee oder im Restaurant essen, wobei an den heißen Tagen das Essen vor allem in die Abendstunden verlegt wurde.
Im Bernauer Hotel „Zum Zickenschulze“ ist man auch auf Radler eingestellt. Oft kommen ganze Fahrradgruppen. „Die sind meist langfristig angemeldet. Es werden aber auch immer mehr, die unangemeldet kommen“, hat Manuela Möcker vom Hotel „Zum Zickenschulze“ festgestellt. Für das Haus „Seeterrassen“, direkt am Wandlitzsee gelegen, ist jeder Sommer gut. Das sagt Geschäftsführer Mario Graßmann. Am Wochenende gibt es viele Ausflügler aus Berlin.
Detlef Altermann hat vor allem erfahren, dass es immer mehr Berliner sind, die den Reichtum der Natur der Region erkennen. Er betreibt in der Schorfheide in Groß Schönebeck eine Pension. „Wir haben Wald, Wasser und Wiesen. Das wird immer mehr zum Magnet. Nicht zuletzt schätzen viele die Ruhe, die sie hier vorfinden, sowie die schön gemachten Fahrradwege“, sagt er. Auch die Ausschilderung sei besser geworden. Das Wetter spiele natürlich auch eine Rolle. „Die Leute gucken am Mittwoch den Wetterbericht und buchen am Donnerstag“, erlebt Detlef Altermann immer wieder.
Fast das Doppelte an Umsatz wird am Liepnitzsee im „Jägerheim“ in Ützdorf gemacht, wenn der Sommer auf XXL, wie in den vergangenen Tagen, geschaltet hat. „In der Woche haben wir mehr Publikumsverkehr. Da profitieren wir von der Seenähe“, sagt Juniorchef Ralf Geiseler. Viele Berliner stoppen hier, die auf dem 66-Seen-Wanderweg auf Tour sind. Aber es kommen auch welche, die einen Abzweig vom Berlin-Usedom-Radweg machen. „Die Unterkünfte sind auf jeden Fall gut ausgebucht.
Das trifft auch für die Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte am Werbellinsee zu, die ehemalige Pionierrepublik. „Wir sind bis unters Dach ausgebucht, hat uns die Geschäftsleitung des Hauses berichtet“, freut sich Sabine Grassow, Leiterin des Bereiches Tourismus der Barnimer Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft (WITO).
Horrend sei die Nachfrage am Berlin-Usedom Radweg, weiß Sabine Grassow. Die Besucherklientel kommt in erster Linie aus dem Nordosten Berlins, sucht vor allem die Seenähe und bleibt ein bis zwei Tage, haben Untersuchungen der WITO ergeben.
„Die meisten Radfahrer suchen sich nach 50, 55 Kilometern ein Quartier, so dass vor allem die Hotels am Werbellinsee stark gefragt sind“, erläutert die Tourismusfachfrau. Dazu gehören unter anderen die Häuser Haus Chorin und das Waldseehotel in Chorin, am Schiffshebewerk, der Kunst- und Radpoint Wildau oder das Seehotel Grimmnitzsee. Daneben boomte es an den Campingplätzen des Werbellinsees wie Am Spring.
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