Eisenhüttenstadt (moz) Die Sommerferien können Schüler für vieles Nutzen. Zum Abschalten, Ausschlafen, Entspannen – oder aber zum Weiterlernen. Zum Beispiel in einem Fahrschul-Kompaktkurs, der ihnen das theoretische Fachwissen für den Führerschein vermittelt. In der ersten und letzten Ferienwoche bieten die meisten Fahrschulen in Eisenhüttenstadt solche Kurse an. 14 prüfungsrelevante Themen werden dann in nur sieben Tagen vermittelt. Ein Grund, warum manche Fahrlehrer darauf hinweisen, den Crashkurs nur unter bestimmten Bedingungen zu machen. Sie empfehlen ihn nicht allen Fahrschülern.
Wer hat hier Vorfahrt? Fahrlehrer Peter Kunze erklärt seinen jungen Fahrschülern in der Oderland-Fahrschule die Verkehrsregeln, die sie später beachten und an die sie sich halten müssen.Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Wozu darf der rechte Seitenstreifen benutzt werden? Worauf können rot-weiße Warntafeln an Fahrzeugen hinweisen? Was ist bei der Verwendung eines Kindersitzes mit Prüfzeichen zu beachten? Fragen über Fragen mit denen sich die 17- und 18-jährigen Besucher eines Kompaktkurses in der Ferienzeit beschäftigen müssen.
14 Themen werden in sieben Tagen behandelt, zum Beispiel rechtliche Rahmenbedingungen, Vorfahrtsregeln, Lichtzeichen oder umweltschonende Fahrweise, darüber hinaus die Gefahren-, Vorschrifts- und Richtzeichen sowie viele weitere Hinweis- und Zusatzzeichen.
„So sieht der Theorieunterricht in geballter Form aus“, sagt Fahrlehrer Klaus Müller. In der ersten Ferienwoche haben sich zwölf Schüler bei ihm in der Fahrschule auf den Pkw- oder Motorradführerschein vorbereitet. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass die theoretische Prüfung frühestens drei Monate vor Erreichen des Mindestalters der jeweiligen Führerscheinklasse abgelegt werden kann. Für die Klasse B (Pkw) heißt das kurz vor dem 18. Lebensjahr, für die Klasse A1 (Motorräder bis 80 km/h) kurz vor dem 16. Lebensjahr. Und nur wer sich vor den Ferien bereits rechtzeitig angemeldet hat, konnte nach der Woche bereits die Theorieprüfung ablegen.
Ein Fahrschüler von Klaus Naepel hat das bereits gemacht. „Mit Null Fehlern“, wie er seinem Fahrlehrer stolz berichtete. „Das ist sehr viel Lernstoff, der aber natürlich zu Hause auch noch nachbereitet werden muss“, sagt Naepel. Sein Kurs in der ersten Ferienwoche sei jedoch sehr gut gewesen, lobt er. Denn nicht für alle sei dieser Kompaktkurs geeignet. Er stelle hohe Anforderungen an die Teilnehmer und der Druck sei in dieser kurzen Ausbildungszeit höher, so der erfahrene Fahrlehrer.
„Der Besuch des Intensivkurses allein reicht nicht aus, um durch die Prüfung zu kommen“, sagt auch Ausbilder Peter Kunze. Man müssen auch das Fahrschulbuch und die Prüfungsbögen intensiv und am besten mehrmals durcharbeiten, um sich auf die 30-minütige Prüfung vorzubereiten. Vom 14. bis zum 21. August findet auch in der Oderland-Fahrschule der letzte der beiden Kurse in den Sommerferien statt. Dafür sollten sich künftige Fahrschüler so schnell wie möglich anmelden, denn „die Bearbeitungszeit auf dem Amt liegt bei drei bis sechs Wochen“, so Kunze.
Auch gibt der Fahrlehrer zu bedenken, dass die praktische Ausbildung zeitnah erfolgen sollte. „Am besten sollte man jedoch aus der Praxis heraus in die Prüfungen gehen“, empfiehlt Kunze. „Mit etwa 28 Fahrstunden müssen die Schüler rechnen“, erklärt Klaus Naepel. „Die genaue Planung ist wichtig“, ergänzt Kunze, „nur so ist der Führerschein zeitlich und finanziell überschaubar.“
Vor Beginn des Ferienkurses sollte die Anmeldung in der Fahrschule erfolgen, da die Bearbeitungszeit für den Führerscheinantrag zwischen drei und sechs Wochen liegt. Dazu benötigt der künftige Fahrschüler einen Sehtest, ein biometrisches Foto und die Teilnahme-Bescheinigung an einem Erste-Hilfe-Kurs. Die Fahrschule übernimmt dann in der Regel die Anmeldung zur theoretischen und praktischen Prüfung beim Straßenverkehrsamt. Erst sobald die Zulassung dann da ist, kann die Theorie-Prüfung in Angriff genommen werden.
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