Bernau (moz) Wenn am Montag nach drei Wochen Schließzeit in den meisten Barnimer Kindertagesstätten wieder der Betrieb losgeht, heißt es für viele Erzieher wieder Schwerstarbeit. Dann sehen sich die Pädagoginnen nicht selten einer großen Gruppe Kinder gegenüber, die nicht nur betreut werden muss, sondern die auch gefordert und gefördert werden will – spielerisch versteht sich.
Viele Kinder, wenig Personal: Um Kinder künftig besser fördern zu können, müssen Kommunen nach einem Beschluss des Landtages mehr Erzieherinnen einstellen.Foto: MOZ/Britta Gallrein
Seit Jahren gibt es Klagen über die ständig wachsenden Aufgaben wie etwa zusätzliche Sprachstandsermittlungen. Doch bislang gingen nur wenige Kommunen den Weg, zusätzliche Kräfte einzustellen. Der Grund: Während für die Erzieherinnen, die nach Bedarfsschlüssel eingestellt wurden, der Landkreis Barnim 82 Prozent der Kosten übernimmt, müssen die Kommunen für jede zusätzliche Kraft allein aufkommen. Nach dem Beschluss des Landtages soll sich dies nun ändern. Für die Null- bis Dreijährigen wird ab Oktober eine Erzieherin für sechs Kinder (vorher 1 zu 7) zur Verfügung stehen, bei den Drei- bis Sechsjährigen ist es eine Erzieherin für zwölf Kinder (vorher 1 zu 13).
In Wandlitz ergibt sich dadurch ein Mehrbedarf von etwa zehn Stellen, machte Bürgermeister Udo Tiepelmann (SPD) bereits auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung deutlich. Zwei dieser Stellen seien bislang noch unbesetzt, erläutert Hauptamtsleiterin Gisela Peter gegenüber der MOZ. Bislang gebe es allerdings noch genügend Bewerber, um den Bedarf zu decken. Auch wenn es in der jüngeren Vergangenheit bereits zwei Erzieherinnen gab, die sich zwar in Wandlitz beworben, dann aber doch für eine andere Gemeinde entschieden hätten. Vom bewährten Procedere, zunächst für ein Jahr befristet einzustellen, will Gisela Peter jedoch nicht abweichen. „Bei uns wird auch nicht übertariflich bezahlt.“
In Panketal hat sich die Verwaltung nach einer Elternbefragung schon im Januar 2009 dazu entschlossen, mehr Kita-Personal zu beschäftigen. Insgesamt acht Stellen werden seitdem von der Gemeinde finanziert. Nach der neuen Verordnung sollen diese nun aber nicht mit dem zusätzlichen Bedarf verrechnet werden. Auch künftig wolle man Erzieherinnen über Bedarf beschäftigen, stellt Bürgermeister Rainer Fornell (SPD) klar. Um genügend Bewerber macht sich Fornells Fachdienstleiterin Svetlana Graf noch keine Sorgen. Allerdings seien es vor allem sehr junge Erzieherinnen ohne große Berufserfahrung, die sich in der Verwaltung meldeten. Derzeit liefen die Auswahlverfahren für vier Stellen, die bereits im August beziehungsweise im September besetzt werden sollen.
In Bernau beschäftigen derzeit 113 Erzieherinnen 1563 Kinder. Sieben neue Kolleginnen werden dazukommen, hat der zuständige Fachbereich errechnet. Die Ausschreibungen dafür sollen demnächst veröffentlicht werden. Um gutes Kita-Personal zu binden, geht man in der Stadt aber noch andere Wege. So bekamen etwa fünf junge Frauen bereits ein halbes Jahr vor Ende ihrer Ausbildung einen Arbeitsvertrag. Vor einigen Wochen durften sie anfangen.
Deutlich angespannter sieht es im Amt Biesenthal-Barnim aus. Dort werden derzeit 52 Erzieherinnen in den kommunalen Einrichtungen beschäftigt. In Melchow oder Ruhlsdorf könne man den Mehrbedarf durch erhöhte Arbeitszeiten auffangen, erläutert Sprecherin Sabine Laue. Für Biesenthal und Rüdnitz würden jedoch zwei neue Kräfte benötigt. Zwei Stellen sind dafür auf der Internetseite des Amtes ausgeschrieben. Bislang seien dafür aber gerade zwei Bewerbungen eingegangen, so die Sprecherin weiter. „Die Bewerberzahlen sind bereits seit Jahren stark rückläufig.“
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