Danewitz (moz) Von Kai-Uwe Krakau
Mit Pferdestärken: In einem Festumzug durch das Dorf zeigten die Danewitzer alte und moderne Landtechnik. Zahlreiche Zuschauer schauten dabei am Straßenrand zu. Foto: Kai-Uwe Krakau
Das traditionelle Erntedankfest hat am Sonnabend das kleine Danewitz gefeiert. Zahlreiche Einwohner waren zum bunten Programm auf den Festplatz gekommen.
Die Kirchturmuhr hatte gerade viertel nach zwei geschlagen, als sich der Festumzug, begleitet vom Fanfarenzug aus Marzahn, in Bewegung setzte. Ortsvorsteher Friedrich-Wilhelm Gesche steuerte persönlich einen kleinen Traktor, hinter sich ein Anhänger mit der Erntekrone. Weitere landwirtschaftliche Maschinen aus vergangenen Zeiten und der Gegenwart folgten. Einige Frauen verteilten an die Zuschauer kleine Kuchenstücke, schließlich ist Danewitz seit einigen Jahren ein Backofendorf.
Nach der Rundfahrt im Dorf näherte sich der Zug schließlich dem Festplatz. Da sah es am Himmel schon ziemlich finster aus, Regen kündigte sich an. Ortsvorsteher Gesche drängte dann auch etwas zur Eile, die Erntekrone sollte schließlich noch aufgezogen werden. Trotzdem, ein paar Worte an seine Danewitzer sollte es schon geben. Der Ortsvorsteher erinnerte in seiner kurzen Rede an die Wetterkapriolen der vergangenen Monate. Erst der lange Winter, dann viel Nässe, später subtropische Temperaturen und viel Sonne. „Die Ernte ist in diesem Jahr nicht so gut ausgefallen“, resümierte Gesche. Aber es hätte auch im Niederbarnim schlimmer kommen können. „Im Oderbruch stehen viele Ackerflächen immer noch unter Wasser“, erinnerte er an die dortige Situation. Wenigstens sei aber der Getreidepreis wieder gestiegen.
Nachdem alle mit einem kräftigen Korn angestoßen hatten, wurde die Erntekrone auf einen Mast gehievt – und es begann zu regnen.
Die Launen von Petrus konnten den Danewitzern aber nicht die gute Laune vermiesen. Schließlich war vorgesorgt, aufgebaute Zelte versprachen einen trockenen Platz. Dort ging auch weitgehend das kulturelle Programm über die Bühne. Für die Mädchen und Jungen trat die Hexe Picksel-Packsel auf und für die Erwachsenen spielte Jörg Muhlack. Der Sänger und Unterhalter kommt ursprünglich aus Klosterfelde, lebte aber in den vergangenen Jahren auf der Insel Usedom. „Ich will wieder zurück in die Heimat und hier auch wieder beruflich Fuß fassen“, sagte Muhlack. In Danewitz stellte er Titel aus seinem Album „Deine Liebe zu mir...“ vor, anschließend gab es deutsche Schlageroldies.
Wer sich etwas stärken wollte, konnte wählen: Bratwürste brutzelten, Steak wurden gewendet und Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl gab es auch. Der Renner waren aber zweifelsfrei die vielen Kuchen, die von den Frauen des Dorfes gebacken wurden. „Rund 30 Bleche sind es schon“, berichtete Jutta Aulich. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Da gab es Käse-, Streusel und Pflaumenkuchen. Aber auch Bienenstich und Kirschkuchen fanden reißenden Absatz. „Schmeckt ganz toll“, lobte eine Besucherin.
Am Abend, glücklicherweise regnete es nicht immer, konnte dann noch ausgiebig das Tanzbein geschwungen werden. DJ René legte auf und dem Vernehmen nach gingen die letzten Gäste erst am frühen Morgen wieder nach Hause.
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