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Iris Stoff 03.09.2010 19:53 Uhr
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Wie Paule sich ganz doll die Nase stieß

Lindenberg (moz) Zahlreiche Kinder fahren täglich mit dem Bus zur Schule. Und so startete mit dem Schuljahresbeginn auch in unserer Region wieder die Busschule. Das Verkehrstraining soll den Erstklässlern beibringen, wie sie sich beim Busfahren zu verhalten haben. Ziel ist es, die Kinder vor Unfällen zu schützen. Bei dieser Gemeinschaftsaktion von Polizei und Busverkehr üben die Mädchen und Jungen alles, was wichtig ist, um sicher mit dem Bus zu fahren. Das fängt schon beim richtigen Einsteigen an. Nachdem sie schon in Friedland war, hat die Busschule am Freitag in Lindenberg vor der Rolf-Zuckowski-Grundschule Station gemacht. Die Kinder der beiden Flexklassen waren ganz eifrig bei der Sache.

  Das ist sehr gefährlich: Puppe Paule hat am Bordstein rumgetobt und wird hier vom Bus angefahren, der in die Haltestelle einbiegt. © MOZ/Karl-Heinz Arendsee

Paule kann es wieder nicht lassen. Er tobt dicht am Bordstein herum, obwohl das nicht erlaubt ist. Dabei merkt er gar nicht, wie der Schulbus in die Haltestelle biegt und wird angefahren. Aua, aua. Die Knirpse aus der Flex-Klasse der Lindenberger Grundschule sind ganz erschrocken. Zum Glück ist nichts passiert, denn Paule ist nur eine große Stoffpuppe, die Polizeimeisterin Sandra Genschmar und Polizeihauptmeisterin Heidrun Fischer immer mit im Gepäck haben. Die beiden arbeiten im Sachgebiet Prävention des Schutzbereiches Frankfurt (Oder) und sind – wie jedes Jahr nach den großen Ferien – in Sachen Schulwegsicherung unterwegs. Diesmal ist Station in Lindenberg. Der Busverkehr Oder-Spree hat einen Bus mit einem erfahrenen Kraftfahrer bereitgestellt.

Eine ganze Schulstunde lang üben die Mädchen und Jungen, was beim Busfahren alles so zu beachten ist. Die Schulanfänger unter ihnen tragen dabei ihre schicken roten Käppis. Also, immer schön der Reihe nach einsteigen, den Fahrausweis bereithalten und freundlich grüßen. Dann nacheinander von vorne bis hinten Platz nehmen, anschnallen und die Mappe vor die Füße auf den Boden stellen. Beim zweiten Mal Üben klappt das prima. Als alle auf ihren Plätzen sind, werden sie von Busfahrer Andreas Tiedge begrüßt, der ihnen erzählt, was noch alles zu beachten ist. „Wenn ihr in euren Orten auf den Bus wartet, ist es gut, wenn sich die Kleinen immer zusammenstellen. Zuerst sollten die aus der ersten Klasse, dann die aus der Zweiten und der Dritten einsteigen“, erklärt er den Kindern. Essen und Trinken sei im Bus nicht erlaubt unter anderem wegen der Verletzungsgefahr. „Neulich hatte ein Junge einen Lutscher im Mund, ich musste bremsen, und er hat sich sehr wehgetan“, schildert der Fahrer. Die Steppkes üben dann, wie man sich bemerkbar macht, wenn man aussteigen will. „Guckt euch gleich beim Einsteigen an, wo der Halteknopf ist und wer daneben sitzt. Dort ruft ihr dann ganz laut hin, dass der Knopf gedrückt werden soll“, erklärt Polizeihauptmeisterin Heidrun Fischer. Und wenn doch mal die Station verpasst ist, sei das auch keine Katastrophe, beruhigt Busfahrer Andreas Tiedge. „Sagt gleich dem Fahrer Bescheid, und wir finden dann eine Lösung. Das ist alles schon passiert und nicht schlimm.“

Mit Hilfe der Stoffpuppe verdeutlichen die beiden Polizistinnen dann anschaulich, was noch alles passieren kann, wenn man sich im Bus nicht richtig benimmt. Paule drängelt und zappelt am Ausgang herum. Plötzlich öffnet sich die Tür nach innen, er wird eingeklemmt und stößt sich ganz schmerzhaft seine Nase. Mit Paule erleben die Kinder auch den Höhepunkt der Fahrt: die Vollbremsung, bei der die Puppe nach vorne durch den Bus fliegt. Diese Aktion zeigt ihnen, wie wichtig das Anschnallen ist.

Als Dankeschön für diese lehrreiche Busfahrt singen die Mädchen und Jungen aus der Flex-Klasse den beiden Polizeibeamtinnen dann zum Abschied das Schulbus-Lied von Rolf Zuckowski vor. Sandra Genschmar und Heidrun Fischer haben aber auch mit den älteren Grundschülern nun noch etwas vor. Gemeinsam mit den Viertklässlern geht es zur Geschwindigkeitskontrolle auf die Straße vor der Schule. Auf einer Speed-Tafel ist zu lesen, ob die Autofahrer die erlaubten 30 km/h hier überschreiten oder nicht. Die Kinder haben vorab im Zeichenunterricht Bilder gemalt. Für die korrekten Autofahrer gibt es eine lustige Zuckertüte mit Dankeschön-Text. Zu ihnen gehört auch Joachim Lehmann von der Firma GAA, der mit einem Kleintransporter vorbeikommt. Warum er die Geschwindigkeit eingehalten habe? „Na, weil ihr Kinder hier seid“, lacht er und verrät: „Ich bin hier auch mal in diese Schule gegangen.“

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