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Britta Gallrein 01.03.2011 08:36 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Betriebsrat kritisiert Lieken

Bernau (moz) Seit die Geschäftsführung der Großbäckerei Lieken das Aus für den Standort Bernau erklärt hat, rumort es im Betrieb. Viele Mitarbeiter haben sich krank schreiben lasen. Der Betriebsrat geht in die Offensive.

Der Krankenstand unter den Mitarbeiter ist so hoch, dass die Produktion des Toastbrotes nicht mehr möglich ist, erzählt ein Mitarbeiter. „Die Toast-Anlage steht“, bestätigt auch der Betriebsratsvorsitzende Frank Przyborowski. Derzeit leisteten einige Mitarbeiter deswegen Mehrarbeit. „Einige arbeiten schon neun Tage am Stück.“ Die Mehrarbeit sei allerdings vom Betriebsrat nicht genehmigt worden und damit illegal. „Die Firma hält sich nicht an das Betriebsverfassungsgesetz“, kritisiert Przyborowski.

Um die Produktion zu gewährleisten, lasse Lieken Toastbrot nun in anderen Werken hergestellen. Auch das sei nicht rechtens, erklärt der Betriebsrats-Vorsitzende. „Solange der Betriebsrat die Schließung nicht anerkannt hat, darf die Produktion nicht verlagert werden“, macht Przyborowski deutlich. Und dies habe das Gremium noch nicht getan. „Die betriebswirtschaftlichen Gründe, die uns genannt wurden, sind nicht nachvollziehbar.“ Gestern haben die Betriebsrats-Mitglieder daher beim Amtsgericht Eberswalde eine einstweilige Verfügung beantragt.

Im Bereich der Expedition (dem Warenausgang) hätten sich so viele Mitarbeiter krank gemeldet, dass Lieken Leiharbeiter engagiert habe, schildert sowohl der Betriebsrat, als auch ein Mitarbeiter vor Ort die Situation. „Über diese Personen sind uns allerdings keine Unterlagen vorgelegt worden. Wir als Betriebsrat müssten dem aber eigentlich zustimmen“, so Przyborowski. Demzufolge seien die Mitarbeiter illegal beschäftigt.

Dem widerspricht Daniela Lützeler, Pressesprecherin der Lieken Großbäckerei. „Derzeit beschäftigen wir keine Leih-Arbeitnehmer in Bernau.“ Ende der Woche und Ende der nächsten Woche würden Gespräche mit dem Betriebsrat geführt, kündigte sie an.

Bei den Gesprächen erhofft sich der Betriebsrat auch Klarheit über die Gründe der Schließung des Werkes. „Für uns ist es unverständlich, dass es das Management von Lieken nicht geschafft hat, vor den Toren einer Millionen-Metropole wie Berlin so viele Aufträge zu bekommen, um das Werk in Bernau auslasten zu können“, so Przyborowski. Auch bei der Betriebsversammlung in der vergangenen Woche hatten Mitarbeiter Vorwürfe gegen das Lieken-Management erhoben.

Unverständlich ist für die Mitarbeiter vor allem, warum noch vor einem halben Jahr verkündet wurde, der Standort Bernau sei sicher. Damals wurden bereits 70 Mitarbeiter entlassen. Dieser Schritt sei notwendig, um das Werk konkurrenzfähig zu halten, hieß es damals. „Noch im Dezember wurde in den Standort eine halbe Million Euro investiert“, weiß auch Frank Przyborowski. Darin enthalten sei auch die Sanierung des Daches. „Daran wird ja sogar momentan noch gebaut.“ Und das, obwohl sich am 30. April die Tore des Werkes schließen sollen. In einer Fachzeitschrift habe die Lieken-Führung ebenfalls im Dezember einen Artikel unter der Überschrift „Lieken verspricht Kontinuität“ veröffentlicht. „Im gleichen Atemzug werden deutschlandweit 500 Arbeitsplätze abgebaut – wie passt das zusammen?“

Zum 30. April soll Lieken seine Tore in Bernau schließen. Über 200 Mitarbeiter werden dann ihren Arbeitsplatz verlieren. 70 Mitarbeitern des angehörigen Logistik-Unternehmens Logi-K wurde ein Arbeitsplatz in Potsdam in Aussicht gestellt. „Aber um die haben wir auch Angst“, so Frank Przyborowski. „Die Geschäftsführung hat angekündigt, dass sie nicht weiß, wie lange man den Standort Potsdam noch habe.“

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24.05.2012 15:21:38 S. v. Rabenau

da seltsamerweise der Kommentar verschwand...

24.05.2012 15:03:35 Watchdog

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24.05.2012 14:07:29 Dagmar Rietz

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