Eisenhüttenstadt (moz) Alle guten Dinge sind drei – auch bei den Landesmeisterschaften der Schülerlotsen. Nachdem der Wettkampf am Sonnabend zum dritten Mal in Folge in Eisenhüttenstadt durchgeführt wurde, wandert er im kommenden Jahr nach Cottbus. Denn von dort kommt der neue beste Schülerlotse Brandenburgs.
Erste Hilfe bei der Landesmeisterschaft: Alle Schülerlotsen mussten – wie hier Linda (11) – eine Person in die stabile Seitenlage bringen.
„Boa, ist das ein dickes Ding!“ Als Marvin Oehme kurz nach 13 Uhr den Pokal des Landesmeisters in den Händen hält, kann er es noch gar nicht richtig fassen. Der Sechstklässler aus Cottbus hat am Sonnabend alles in allem die besten Leistungen gebracht. „Meine Paradedisziplin war, glaube ich, das Schätzen des Bremsweges“, erzählt der Junge, der seit zirka zweieinhalb Jahren als Schülerlotse anderen Schülern auf dem Weg zur Schule hilft. Bei den Landesmeisterschaften gilt vor allem ein gutes Auge: Da werden neben dem Bremsweg auch die Entfernung und Geschwindigkeit eines Pkws geschätzt. Zudem müssen sich die insgesamt 26 Teilnehmer – fünf aus Oranienburg waren nicht angereist – auf dem Schulhof der Grundschule „Erich Weinert“ in Erster Hilfe beweisen und einen Wissenstest absolvieren. Auch aus Eisenhüttenstadt ist mit Jenny Jeschke eine Teilnehmerin am Start. Die Zwölfjährige hat ein schweres Erbe angetreten. Immerhin gingen die letzten drei Landestitel nach Eisenhüttenstadt. Während des Wettkampfes der Verkehrswacht lächelt sie noch zuversichtlich. Doch am Ende reicht es nur für eine Teilnehmerurkunde. Hinter dem Cottbuser Marvin landen zwei Schülerlotsen aus dem Barnim und dem Havelland auf den Podestplätzen. „Ein bisschen enttäuscht bin schon“, sagt Jenny nach der Siegerehrung. Sei es drum. Immerhin gehört sie zu den besten Schülerlotsen Brandenburgs.
Die ziehen in ihren leuchtenden Verkehrshelfer-Westen am Sonnabend neugierige Blicke von Passanten auf sich. Für ihre Geschwindigkeits-Schätzprüfung wird teilweise sogar die Friedrich-Engels-Straße gesperrt. 40, 50 oder 60 km/h? Diese Frage stellen sich die jungen Verkehrshelfer auch oft am Morgen, wenn sie ihre Mitschüler über die Straße begleiten und dabei mit Adleraugen den fließenden Verkehr beobachten. Wenn jemand sehr schnell unterwegs ist, notieren sich die Schülerlotsen sogar das Kfz-Kennzeichen. „Und wir schreiben Falschparker auf“, erzählt Dominik aus Brandenburg. Erste Hilfe nach Unfällen mussten die Wenigsten bislang leisten. „Aber im Notfall ist es besser, wenn man weiß, wie’s geht“, sagt Jenny, nachdem sie eine Person bei den Meisterschaften in die stabile Seitenlage gebracht hat. Anderen helfen zu wollen, das geben die meisten als Grund für ihre Tätigkeit als Verkehrshelfer an. Helfen im Alltag macht ihnen Spaß und ist letztlich wichtiger als ein Pokal, bei dem neben Können immer auch Glück eine Rolle spielt.
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Neueste Kommentare
24.05.2012 15:21:38 S. v. Rabenau
da seltsamerweise der Kommentar verschwand...
24.05.2012 15:03:35 Watchdog
NaJa.....
24.05.2012 14:23:07 FF Leser
Das soll nun der große "Wurf" im Nahmensfindungsprozess sein?
24.05.2012 14:07:29 Dagmar Rietz
Demokratie wagen
24.05.2012 13:53:56 Courage
Wir nehmen aber auch ALLES !