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KAI-UWE KRAKAU 01.08.2011 19:33 Uhr - Aktualisiert 02.08.2011 15:31 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Die Pumpen laufen weiter

Lindenberg (moz) Der Regen hatte zwar aufgehört, doch auch gestern war die Feuerwehr noch damit beschäftigt, überflutete Grundstücke in Lindenberg abzupumpen. Zudem rückte die Frage in den Mittelpunkt, was man im Vorfeld tun kann, um derartige Situationen zu verhindern.

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Gerd Musolf steht vor seinem überfluteten Grundstück an der Bernauer Straße in Lindenberg. Die Feuerwehrmänner Heinz Leistner und Gerhard Sommerfeld (v.l.) versuchten auch gestern, das Wasser abzupumpen.

© MOZ/Kai-Uwe Krakau

Gerd Musolf steht am Montagmittag an seiner Toreinfahrt. Viel geschlafen hat der Lindenberger in den vergangenen Tagen nicht. Am Samstag kam das Wasser auf sein Grundstück an der Bernauer Straße. „In der Wohnung steht es acht Zentimeter hoch“, erzählt Musolf. Seine Familie musste das Haus verlassen, sie wohnt gegenwärtig bei Verwandten. Wie hoch der Schaden ist, weiß der Lindenberger noch nicht. Offen ist auch noch, ob und wie viel die Versicherung zahlen wird. „Ich habe das alles doch nicht verursacht“, sagt Musolf. Es klingt ein wenig hilflos. Derweil laufen die Pumpen auf Hochtouren.

Ein paar Meter weiter beraten sich Bürgermeister Wilfried Gehrke und Ahrensfeldes Gemeindewehrführer Robert Domes. Die Gesichter der beiden Männer wirken nicht mehr so angespannt wie noch am Sonntag. „Der Wasserstand sinkt kontinuierlich“, sagt Domes. Der Lindgraben führe zwar noch Hochwasser, in den kleinen Graben hinter den Grundstücken an der Karl-Marx-Straße könne aber wieder Wasser eingeleitet werden. „Darauf hatten wir am Sonntag noch verzichtet, um die Situation nicht zu verschlimmern“, so der Gemeindewehrführer. Zehn bis zwölf Feuerwehrmänner sind noch vor Ort, dazu kommen zwei Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes (THW), die die Pumpen überwachen. „Bis Dienstagabend werden wir noch zu tun haben“, schätzt Domes.

Bürgermeister Gehrke bescheinigt allen Einsatzkräften eine gute Zusammenarbeit. „Das hat alles gut funktioniert“, sagt der Ahrensfelder Verwaltungschef. In vielen Kellern stehe zwar noch Wasser, die betroffenen Lindenberger seien aber schon mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. „Sie dürfen das Wasser auch auf die Straße pumpen, was sonst nicht erlaubt ist“, so Gehrke.

Am Nachmittag hatte die Kommune zu einer ersten Beratung mit Fachleuten eingeladen. „Wir müssen sehen, was wir künftig verändern müssen“, sagt der Bürgermeister. Es gehe um die Gräben, die Durchlässe und technische Lösungen, um Überschwemmungen dieses Ausmaßes zu vermeiden. „Ein großes Problem ist die Autobahn-Baustelle“, weiß der Verwaltungschef. Denn der Regen spülte am Wochenende auch viel Schlamm von dort ins Dorf. „Da muss etwas passieren“.

In Panketal, das auch vom Dauerregen betroffen war, konnte gestern die Zillertaler Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Die Zepernicker Straße bleibt auch noch am Dienstag gesperrt“, sagt Bürgermeister Rainer Fornell. Nach seinen Angaben haben die Pumpwerke des Eigenbetriebes gut funktioniert. „Die Wassermassen konnten sie aber nicht schaffen“. Inzwischen könne auch ein Zwischenspeicher wieder gefüllt werden. „Bei den Baustellen haben wir noch Schäden“, so Fornell. Mulden müssten freigebaggert und Straßen mit tiefen Rinnen geschoben werden. „Wir konnten nicht jeden Keller auspumpen“, bittet der Panketaler Bürgermeister um Verständnis.

In der Bahnhofstraße hatte die Panke am Wochenende einen halben Meter vor einem Haus gestanden, auch die Dranse war über die Ufer getreten. In den Kellern stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch.

Gut hat es derjenige Hausbesitzer, der noch eine alte DDR-Haushaltsversicherung besitzt. „Überschwemmungsschäden sind darin automatisch enthalten“, hieß es gestern bei einer Bernauer Versicherungsagentur. Diese Policen werden heute von der Allianz fortgeführt. Der Konzern hatte nach der Wende das staatliche Versicherungsunternehmen der DDR übernommen.

Entsprechende Schäden am Haus werden darüber hinaus auch ersetzt, wenn zur Wohngebäudeversicherung zusätzlich eine sogenannte erweiterte Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Zehn Prozent des Schadens müssten die Versicherten jedoch selbst tragen, so die Stiftung Warentest. Ein Haken: Schäden durch einen Rückstau in der Kanalisation bleiben außen vor.

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