24 an Krebs erkrankte Frauen und Männer berichten darin - offen und vor allem mutig - von der Diagnose und ihrem Leben danach. Eine von ihnen ist die Bad Belzigerin Uta Büchner, die 1996 im Alter von 35 Jahren an Brustkrebs erkrankte. Auf vier Seiten erzählt sie davon - ohne zu verschönen und zu verharmlosen - und von ihrem langen Weg zurück zur Weiblichkeit. Die Frage, ob sie lange überlegen musste, an Hartls Veröffentlichung mitzuarbeiten - intimste Ängste und Gefühle durch das Buch mit der Öffentlichkeit zu teilen - beantwortet sie ohne zu zögern mit einem klaren "Nein". Auch auf das Warum erhält man unverzüglich eine Antwort. Uta Büchner sagt: "Weil bedauern nicht weiter hilft". Aber auch, dass niemand, der mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, sich deswegen schämen muss - weil die Krankheit kein Tabuthema sein darf.
1997 hatte sie den Brustkrebs besiegt - mit zwölf Chemotherapien und 36 Bestrahlungen nach der Brustamputation. "Ich war sehr glücklich, zumindest glaubte ich es", so Uta Büchner über die ersten Monate nach der überstandenen Krankheit - in ihrem "neuen" Leben. "In die Frauenselbsthilfegruppe (FSH) nach Krebs schob mich einige Zeit später mein Mann", erzählt die Bad Belzigerin weiter, der noch vor ihr selbst erkannt hatte, dass trotz überstandener Krankheit, die Seele der Patientin noch lange nicht geheilt war. Obwohl sie anfangs Zweifel hatte, blieb sie der Gruppe treu. Heute steht Uta Büchner nicht nur der Bad Belziger Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs vor, sie ist gleichzeitig Landesvorsitzende der FSH nach Krebs des Landesverbandes Berlin/Brandenburg e.V.. Um Betroffenen und Angehörigen Mut zu machen, ihnen Ratschläge zu geben, um ihnen in schwierigen Phasen zur Seite zu stehen. In diesem Zusammenhang hat Uta Büchner in den zurückliegenden Jahren unzählige Fachvorträge und Workshops besucht. Auf einer dieser Veranstaltungen ging es um Methoden der Brustrekonstruktion mit Eigenfett.
Sie sagt: "Ich hatte schon einige Zeit nach der Operation und der überstandenen Therapie den Wunsch, mir einen Brustaufbau machen zu lassen" - aber ohne Silikon. "Ich wusste sofort, dass ist es, darauf hast du die ganzen Jahre gewartet", fährt Uta Büchner offen und mit lachendem Gesicht fort. 2010 ließ sie sich erneut operieren, obwohl es ihr körperlich gut ging. "Seitdem trage ich meine Blinddarmnarbe auf der Brust", fügt sie selbstbewusst über ihren ganz persönlichen langen Weg zurück zur Weiblichkeit hinzu. Wie Uta Büchner erzählen auch die anderen Frauen und Männer im Buch über ihren Umgang mit der Krankheit. Berührend und kämpferisch - ohne die Diagnose Krebs zu bagatellisieren.
Ergänzt durch Beiträge von Psychoonkologen, Ärzten und Therapeuten ist die Veröffentlichung ein Werk, dass nicht nur beim Verstehen hilft, sondern auch beim Leben - mit und nach dem Krebs.
Lesetipp: "Lebe! Diagnose Krebs als Chance zur Veränderung" von Thomas Hartl, erschienen im Ueberreuter Verlag