Vor allem aus Osteuropa, insbesondere aus Polen, gebe es immer wieder zuwandernde Wölfe, so Carina Vogel, die hauptberuflich im Landesumweltamt tätig ist. Im Jahre 2007 hat sich laut Carina Vogel im äußersten Südosten des Landes das erste Wolfspaar angesiedelt. Derzeit leben im Land Brandenburg laut der Expertin 18 Wolfsrudel und 3 Paare.
"In der Region gibt es kein Rudel", sagte die Wolfsexpertin, aber es sei möglich, dass ab und zu Wölfe vorbeizögen. Auch ein ganzes Rudel könnte sich irgendwann in der Region ansiedeln. "In den nächsten Jahren gibt es dort Ansiedlungsversuche, wo jetzt nur einzelne Wölfe durchziehen", so die Expertin. "Nutztierhalter sollten sich darauf einstellen, dass der Wolf kommt", betonte Carina Vogel. Wichtig sei dabei, es dem Wolf möglichst schwer zu machen, Zugriff auf die Tiere zu bekommen. Dies sei möglich über Stromzäune, die den Wolf abschrecken, oder über Zäune, die bis ganz an den Boden reichen. "Der Wolf versucht oft, sich unten durchzuquetschen", betonte sie. Sinnvoll sei es daher auch, Zäune im Boden einzugraben oder den unteren Teil mit einem Netz zu versehen. Auch Herdenschutzhunde im Gehege bei den Tieren wie Schafen könnten Wölfe abschrecken.
"Für den Mensch ist der Wolf keine Gefahr", betonte die Expertin. Näherten sich Wölfe im Wald dem Menschen, sei das reine Neugierde, so Carina Vogel. "Das ist ein völlig normales Erkundungsverhalten." Besonders Jungtiere kämen daher näher an Menschen heran. Dann würden sie in der Regel aber auch wieder verschwinden. Dass ein Wolf den Menschen direkt angreift, habe es bisher noch nicht gegeben. "Aber wenn ein Wolf Tollwut hat, greift er möglicherweise den Menschen an", erklärte sie. Allerdings seien alle Wölfe, die bisher in Deutschland gefunden wurden, frei davon gewesen. "Die Gefahr ist minimal."