Die Strecke trägt den Namen "Inbilder", die Kleinknecht wie folgt deutet: "Inbilder sind Bilder, die wir in uns tragen, schreckliche und auch tröstliche Erinnerungen, nicht nur an die vorausgehenden Familiengeschichten, sondern viel weiter zurück in die Geschichte, wie sie unserer persönlichen Prägung zukommen."
Diese kulturell bedingten Denkbilder haben für den Bildhauer etwas Forderndes. "Was sehe ich, was hat das mit mir, meinem Selbstbild zu tun?", schreibt er in der Beschreibung der Ausstellung. Die Gedanken und Ereignisse aus vergangenen Jahrhunderten sind für den Künstler keineswegs Erinnerungsreste oder gar "Geschichtsmüll". Dem Bildhauer geht es vielmehr um Existenzielles, um Stellungnahme, um Austausch, um Aufmerksamkeit.
In seinen Werke hat er zudem Gegenwärtiges einfließen lassen. Eine Notwendigkeit, die für ihn in der heutigen Marktgesellschaft unausweichlich ist. Und eine Botschaft, die gegen das Verstummen lesbar ist.
Kleinknecht ist 1943 in Oberfranken geboren. In den 1960er Jahren zog es ihn zur Glasmalerlehre nach München. Anschließend absolvierte er ein Studium an der Akademie der bildenden Künste, ebenfalls in München. Danach wanderte er für ein Stipendium weiter nach Harleem, Holland. In den 1970er Jahren arbeitete er als wissenschaftlicher Zeichner am Münchner Institut für Paläontologie. Einen Exkurs wagte er danach in die "Villa Massimo" in Rom. 1981 erhielt Kleinknecht den staatlichen Förderungspreis im Bereich Bildende Kunst.
In den 1990er Jahren zog es den Künstler in weitere europäische Länder, etwa nach Frankreich. Dort weilte er für ein Stipendium in Paris und eröffnete ein Atelier in der Bretagne. Seit 2004 betreibt er ein Atelier in Berlin.
Vernissage "Inbilder": Am 18. Mai um 16.30 Uhr im Turm der Wriezener Marienkirche. Die Ausstellung wird bis zum 31. August dort zu sehen sein.