Die Gemeinde Beiersdorf-Freudenberg will ungeachtet aller noch zu erwartenden Gebietsreformen eine unabhängige Gemeinde in Falkenberg-Höhe bleiben. Sollte dies im Amt Falkenberg-Höhe nicht mehr möglich sein, würde sie in ein Nachbaramt, vorzugsweise Biesenthal-Barnim, wechseln. Dies kristallisierte sich bei der Einwohnerversammlung im Sport- und Gemeindezentrum Beiersdorf heraus. Das Interesse hielt sich in Grenzen. Nur ein Dutzend Bürger hatte sich dort eingefunden, die Diskussion war nicht minder lebhaft.
Als Gesprächspartner hatten sich Bürgermeister Willi Huwe und Freudenbergs Ortsvorsteher Ronald Buchholz die Landtagsabgeordneten Margitta Mächtig und Marco Büchel (beide Linke) eingeladen. Margitta Mächtig ist Vorsitzende des Kommunalpolitischen Forums der Linkspartei und Expertin in Sachen Gemeinde- und Kreisgebietsreform. Im Publikum saß Arco Auschner, Vorsitzender der kommunalpolitischen Vereinigung, der gleichen Institution der CDU.
"Der Landrat war nicht erfreut, als er hörte, dass Beiersdorf-Freudenberg ins Amt Biesenthal-Barnim wechseln möchte", sagte Huwe. Die Gemeinde habe ihre Hauptsatzung geändert, sodass gleichsam einer Wahl die Bürger befragt werden können, wo sich die Gemeinde hin orientieren sollte.
Zur Leitbild-Diskussion der SPD liegen keine offiziellen Zahlen zu den künftigen Mindestgrößen von Ämtern, Städten und Landkreisen vor, sagte der amtierende Amtsdirektor Holger Horneffer. Problem sei, dass laut Prognosen die Einwohnerzahl im Amt Falkenberg-Höhe von jetzt 4800 bis 2020 auf 3600 Einwohner fällt, in Bad Freienwalde von 13 100 auf 9500. Verwaltungen müssten enger zusammenarbeiten, ihre Arbeit optimieren, ohne die Bürgernähe zu verlieren.
Ihr sei wichtig, dass die Gemeinde autark bleibt und nicht Ortsteil einer Stadt wird, sagte Petra Dahms. Sie fürchte, dass bei einer Großkreisbildung die Stadt Frankfurt Kreisstadt werde. Da liege es deutlich näher, nach Eberswalde zu fahren.
"Es ist wichtig, dass Entscheidung vor Ort getroffen werden und nicht im Stadtrat von Bad Freienwalde", sagte Auschner. Was mit der Verwaltung passiert, sei wegen der technologischen Entwicklung nicht so schlimm. Nur 20 Prozent der Bürger nutzen das Internet, um die Verwaltung zu kontaktieren, widersprach Margitta Mächtig. "Wir bevorzugen das kooperative Modell", sagte sie. Das heißt, Ämter und Städte bleiben erhalten, arbeiten aber zusammen, haben vielleicht ein gemeinsames Bau-, Standes- oder Ordnungsamt.
"Mir ist wichtig, dass das Amt so erhalten bleibt. Wir haben gute Erfahrungen gemacht", sagte Ingrid Freier. Sie fürchte, dass bei einer Auflösung des Amtes kleine Dörfer auf der Strecke bleiben.