Dabei forderte der Referent, dass bei der Zulassung neuer Wirkstoffe darauf geachtet werden muss, dass diese Mittel schneller abgebaut werden. Insbesondere als Bienenschützer würde er den Einsatz von Pestiziden gern soweit wie möglich zurückfahren.
Ralf Behring, Biolandwirt, aus Leuenberg, befürchtet unterdessen, dass die Ökolandwirtschaft durch die neue EU-Öko-Verordnung ausgehebelt wird und mahnte, dass Pflanzenschutzmittel lange in der Luft bleiben. Sie würden unter anderem so weit gelangen, dass ein Biolandwirt in der Schorfheide seinen Fenchel wegen nachgewiesener Rückstände nicht vermarkten konnte. Werner Kratz ergänzte, dass dabei ein Schaden von 80 000 Euro entstanden sei, auf dem der Betroffene sitzen bleibe.
Er berichtete aber auch darüber, dass es konventionelle Landwirte gibt, die auf das zuletzt stark in der Kritik stehende Glyphosat verzichten oder dieses nur noch zur Vernichtung von Queckennestern einsetzen. Es gebe sogar einen Bauern in Brandenburg, der bei Soja ohne jeglichen Zusatz auskomme. "Wieso schaffen die das?", fragte Werner Kratz und fügte hinzu: "Darüber müssen wir reden." Diese Erkenntnisse sollten schnellstmöglich auch in die Beratung und Ausbildung von Landwirten einfließen.
Moderatorin Gisela Ziehm vom Nabu Oberbarnim wollte von den Fachleuten in der Runde wissen, wie sie sich verhalten soll, wenn ein Landwirt das Sprühen trotz starken Windes nicht einstellt: "Das habe ich heute Nachmittag erlebt und auch versucht, herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist." Zudem habe sie den Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung verständigt. Das sei genau der richtige Weg, hieß es. "Oft wissen wir ja nicht, wer der zuständige Landwirt ist", sagte Werner Kratz. Hinzu komme, dass das Sprühen häufig an andere Firmen vergeben werde.
Auch Sybille Knospe vom Verein Haus der Naturpflege zeigte sich von der Veranstaltung angetan. "Wir wollen doch alle gesunde Lebensmittel", sagte sie.