Klar, dass die Anspannung bei dem 22-Jährigen jetzt von Tag zu Tag steigt, je näher die Europameisterschaften rücken. Im Nachwuchs-Bereich hat Hagen Pohle ja schon internationale Erfolge feiern können. So wurde der Geher, der für den SC Potsdam startet und zudem seinen Heimatvereinen Preußen Beeskow und Rot-Weiß Friedland angehört, 2009 U-18-Weltmeister, zwei Jahre später U-20-Europameister (jeweils über 10000Meter auf der Bahn) und dann 2013 U-23-Vize-Europameister über 20 Kilometer auf der Straße. Dazu kommen noch viele nationale Titel seit 2008 im Freien und in der Halle.
Jetzt steht die EM-Feuerprobe bei den Männern für den Beeskower vor der Tür. "Ich freue mich schon auf den Wettkampf in Zürich. Dafür will ich mir jetzt im Trainingslager in St.Moritz den Feinschliff holen", sagt Hagen Pohle, der sich bereits seit dem 23.Juli zusammen mit seinen Nationalmannschaftskollegen Nils Gloger und Christopher Linke unter Anleitung von Bundestrainer Ronald Weigel in der Schweiz vorbereitet.
"Leider bin ich hier noch nicht angekommen, wo ich gerne sein würde. Ich scheine irgendwie die Form in Deutschland vergessen zu haben", berichtet der Beeskower aus dem Trainingslager, der sich deshalb am Sonntag und Montag freigenommen hatte und nur etwas wanderte. "Ich habe zuvor in Naumburg und in La Coruna zwei gute Wettkämpfe absolviert, im Juni ein sehr gutes Trainingslager in Bulgarien bestritten und konnte auch in Deutschland gut trainieren", erklärt der Geher. "Die Form muss also vorhanden sein. Ich muss es nur schaffen, diese dann auch am 13. August abzurufen. Deshalb habe ich nun auch dem Körper etwas Ruhe gegönnt."
Das Training in St. Moritz lief für den Beeskower so wechselhaft, wie sich das Wetter dort mit Regen und Sonnenschein gestaltete. Da war es wichtig, den richtigen Moment für die Einheiten abzupassen. "Unsere Trainingsstrecke geht rund um den St.Moritzersee und ist zirka 4,3Kilometer lang. Direkt vor unserem Hotel ist allerdings auch eine Leichtathletikanlage, auf der wir unter anderem unser Tempoprogramm abspulten", berichtet Pohle.
Für etwas Ablenkung sorgte zwischen dem herrlichen Alpenpanorama auch der ein oder andere Ausflug. So waren die Geher unter anderem im italienischen Livigno - ein von den Bergen eingekesselter, abgelegener Ort und deshalb steuerfreie Zone. "Die Alpen sind immer wieder zauberhaft und bilden eine super Kulisse, hoffentlich dann auch für Zürich", sagt der Beeskower.
Die letzten Tage in St. Moritz bis zur Abreise nach Zürich am Sonntag werden noch mal intensiv genutzt. Am Dienstag ging es rund um den Flughafen. "Das Training lief endlich wieder besser. Deshalb blicke ich dem Wettkampf optimistisch entgegen", erklärt Hagen Pohle, der es in die Top15 schaffen will. Der Wettbewerb soll zumindest teilweise im Fernsehen (Eurosport und ZDF) übertragen werden.