Am augenfälligsten wird sein, dass die Triebwagen auf der Strecke künftig nicht mehr gelb, sondern in dem Farbdreiklang hellgrau, blau und gelb gestrichen sein werden. Denn mit Übernahme des neuen Fahrplanes wird die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) statt wie bisher die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (ODEG) die Strecke bedienen. In einer Pressemitteilung verabschiedet sich die ODEG von ihren treuen Fahrgästen.
Der neue Betreiber NEB kann auf eine runderneuerte Bahnstrecke zurückgreifen. Die Sanierung und Ertüchtigung der Strecke war 2007 begonnen worden und ist in diesem Jahr mit der Freigabe des Viadukts Glienicke und der Begradigung der Gleise in Beeskow zum Ende gelangt. Somit beschleunigt sich die Fahrzeit zwischen Beeskow und Königs Wusterhausen von 60 auf 52 Minuten. 2007 dauerte die Fahrt auf derselben Strecke noch 78 Minuten.
Ein Wermutstropfen gibt es zu beklagen: Beeskow ist ab 14. Dezember nicht mehr mit einer direkten Berlin-Verbindung gesegnet. Die RB 36 endet ab diesem Zeitpunkt in Königs Wusterhausen. Die Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Susanne Henckel, verspricht aber gute Anschlussverbindungen. Künftig müssen Bahnkunden in Königs Wusterhausen auf die RB 19, auf den RE2 oder auch in die S-Bahn umsteigen, um Berlin zu erreichen. Wer sich für die S-Bahn entscheidet, hat den komfortabelsten Umstieg, denn die S-Bahn verkehrt im 20-Minutentakt am selben Bahnsteig gegenüber. Seit Donnerstag ist der Bahnhof in Königs Wusterhausen mit Aufzügen ausgestattet, sodass ein barrierefreier Umstieg auf die Anschlusszüge möglich ist.
Wegen Bauarbeiten am Berliner Ostkreuz und im Bereich Grünau verkehrt der Anschlusszug RB 19 jedoch für die Dauer eines Jahres in einem großen Bogen. Er benötigt ab Königs Wus terhausen 56 Minuten bis Potsdamer Platz. "Es handelt sich um eine Übergangslösung. Nach Beendigung der Baumaßnahmen im Dezember 2015 wird der Anschlusszug RB19 über Ostkreuz nach Lichtenberg fahren", so der VBB-Planer Bernd Arm.
Die NEB setzt für die Strecke RB36 neue Triebwagen mit einem vergrößerten Kombi-Abteil ein. Damit könne auch weiterhin die Mitnahme von Fahrrädern gesichert werden, so die VBB-Geschäftsführerin. Das Personal der ODEG, das bisher auf der Strecke Frankfurt (Oder)-Berlin-Lichtenberg eingesetzt war, habe von der NEB die Möglichkeit eingeräumt bekommen, zum neuen Arbeitgeber zu wechseln. Für die Fahrgäste stehen ab 14. Dezember im Zug Automaten mit warmen Getränken bereit.
Die Veränderungen im Fahrplan und Betrieb der RB 36 wurden am Donnerstag auch Vertretern betroffener Kommunen erläutert. Beeskows Bürgermeister Frank Steffen zeigte sich nach der Unterredung enttäuscht. Der Wegfall der Direktverbindung sei für Pendler und Touristen von Nachteil. Storkows Bürgermeisterin Cornelia Frau Schulze-Ludwig und Steffen fordern, nach Beendigung der Bauarbeiten in Berlin eine Direktverbindung bis Ostkreuz einzurichten. "Wir werden in dieser Frage mit allen an der Bahnlinie liegenden Kommunen geschlossen auftreten", so Cornelia Schulze-Ludwig.