Seit Wochen tobt in Beeskow ein Streit um die Schließung des inzwischen führungslosen Löschzuges in Radinkendorf. Die Wehrleitung zweifelt deren Exitenzberechtigung an, weil nicht genügend Kameraden ausgebildet sind. Gleichzeitig gibt es in Radinkendorf einen sehr aktiven Feuerwehr-Verein. Der stünde nach einer möglichen Schließung des Löschzuges vor dem Aus, weil er sich selbst in der Satzung als Förderer der Feuerwehr sieht.
Für heute Abend 19 Uhr ist eine interne Versammlung in der Beeskower Feuerwehrwache anberaumt. Laut Bürgermeister Steffen will Stadtbrandmeister Bernd Giersch die Vertrauensfrage stellen. Dieses Vorgehen kommentiert ein Leser so: „Wenn hier angeblich die Vertrauensfrage gestellt werden soll, dann nicht den Feuerwehrmännern, die sowieso unter dem Einfluss von Herrn Giersch stehen. Die Arbeit der Feuerwehrleute selbst wurde nie in Frage gestellt, wohl aber die Kompetenz des Stadtbrandmeisters. Also muss eine direkte Bürgerabstimmung her. Vertrauen Sie als Bürger dem Leiter ihrer Feuerwehr – Ja oder Nein? Und mit diesem Ergebnis muss die Stadtführung und vornan der Bürgermeister handeln.“
Der Leser fordert aber auch Mäßigung: Bei allem Meckern um den Stadtbrandmeister müsse man die Radinkendorfer fragen, ob sie tatsächlich bereit seien, die geforderten Lehrgänge zu absolvieren. „Kommt das ehemalige Fahrzeug, ein TSF-W mit Staffelbesatzung, wieder zurück, müssen mindestens zwölf Einsatzkräfte vorhanden sein.“
Der anonyme Kommentator empfiehlt, den Radinkendorfern bis Ende Dezember eine Chance einzuräumen. Und damit am Ende alle gut wird, „sollte Herr Giersch für seine geleistete Arbeit geehrt und dann in den vorzeitigen Ruhestand bezüglich seines Amtes als Leiter der Feuerwehr verabschiedet werden.“ Denn Tatsache sei, dass er weitaus mehr aufgebaut hat als all seine Amtskollegen im Kreis, dafür sollte er auch geehrt werden.
Die Sitzung heute Abend ist nicht öffentlich. Bürgermeister Frank Steffen wird sich heute in Beeskow mit Vertretern des Potsdamer Innenministeriums beraten, die sich aus Entscheidungen allerdings heraushalten.