Als Julia Knipping am Mittwoch früh zur Arbeit auf die Burg radelte, hat sie es gleich bemerkt: "Auf der Wiese neben einer Büffelkuh lag etwas Schwarzes." Als sie dann kurze Zeit später noch einmal nachschauen ging, stellte sie fest, dass es sich um ein Kälbchen handelte. "Es muss erst in den frühen Morgenstunden auf die Welt gekommen sein." Sofort rief die Projektleiterin des Naturpark-Besucherzentrums Niels-Olaf Lüders an, der wiederum Michael Kurz informierte. Die beiden Männer kümmern sich als Landwirte im Nebenerwerb um die Storkower Wasserbüffel. Rasch waren sie zur Stelle und konnten konstatieren: Alles in bester Ordnung. Das Kalben ist gut verlaufen.
Vor knapp einem Jahr sind die drei Färsen Ana, Brenike und Ciara sowie der Bulle Jacob auf den verschilften Burgwiesen von Storkow angesiedelt worden, damit diese wieder ihren einst offenen Charakter bekommen, um mehr Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen zu ermöglichen. Von der 14 Hektar großen am Fuße der Storkower Burg gelegenen Fläche ist momentan die Hälfte für die Beweidung durch die Wasserbüffel offen. Das Gelände ist durch einen Elektrozaun gesichert. Neben dem Tor der Koppel informiert eine Tafel über das Anliegen dieses Büffelprojektes, dessen Träger die Flächenagentur Brandenburg ist. Demnächst soll auch noch eine Tafel auf dem Aussichtsturm der Burg angebracht werden, wo über die Lebensweise der Wasserbüffel informiert wird. Nachdem kürzlich bei einem Arbeitseinsatz eine Sichtachse freigeschlagen wurde, hat man von dem Turm aus jetzt einen wunderbaren Blick über die Burgwiesen und kann die Wasserbüffel gut ausmachen. Diese sind mittlerweile schon zu einer richtigen Touristenattraktion in Storkow geworden.
Mit Nachwuchs bei den Wasserbüffeln hatte man in diesem Frühjahr gerechnet. Aber ob eine oder mehrere der Büffelkühe trächtig sind, ließ sich nicht richtig erkennen. "Wir wollten schon längst den Klauenschneider für die Tiere holen, der hätte dann gleich nachschauen können, doch das verschob sich wegen der Witterung", sagt Niels-Olaf Lüders. Solange hat die Büffelkuh Ana aber nicht gewartet, seit Mittwoch ist ihr kleiner Büffelsohn auf der Welt.
Nun wird ein Name für das neue - männliche - Mitglied der Herde gesucht. Der Storkower Burgforscher Andreas Heising, der zufällig vorbeikam und auch das obere Foto zu diesem Beitrag gemacht hat, schlug spontan vor, "diesen Prachtburschen Reinhard I. von Storkow zu nennen". Gesucht wird aber ein Name, der mit A anfängt. "Damit wir das Tier später leichter seiner Mutter Ana zuordnen können", erklärt Niels-Olaf Lüders.
Namensvorschläge können bis zum 3. Mai per Mail an die Adresse tourismus@storkow geschickt werden.