Der Fieldday (Feldtag) ist ein Wettbewerb unter Funkamateuren, der an jedem ersten Wochenende im Juni stattfindet. Dabei wird versucht, unter angenommenen Katastrophenbedingungen einen weltweiten Funkkontakt aufzubauen. Funkamateure der ganzen Welt nehmen daran teil. Bedingung für alle Teilnehmer ist, dass im Umkreis von 100 Metern kein Anschluss ans öffentliche Stromnetz verfügbar ist.
Da ein solcher Platz in Berlin kaum zu finden ist, haben sich die Amateurfunker vom Prenzlauer Berg den Pieskower Weinberg ausgesucht, der aufgrund seiner hohen, freien Lage ideale Voraussetzungen für die Durchführung der Übung bietet. Gefunden hat den Ort Peter Zenker, der Fieldday-Koordinator der Ortsgruppe. „Ich habe einen Bungalow in Jessern. Dadurch kenne ich die Gegend hier“, erzählt der Amateurfunker. Natürlich wurde die Übung von der Stadt Friedland genehmigt. „Selten habe ich so freundliche Ordnungsamt-Mitarbeiter kennengelernt wie hier“, lobt Zenker die Kooperationsbereitschaft der Behörde.
Der 24-Stunden-Wettbewerb fand von 17 Uhr bis einen Tag darauf 17 Uhr statt. Bereits einen Tag vorher reisten die Berliner Funkamateure an und schlugen ihre Zelte rund um die Schutzhütte auf. Der Aufbau durfte genau 24 Stunden vor dem Wettbewerbsbeginn starten, und so machte sich die zehnköpfige Gruppe ab 17 Uhr daran, ihre teils aus Angelruten und Draht- 
resten zusammengebaute Telegrafie-Station zu errichten. Als alles aufgebaut war, wurde die Anlage noch mal ordentlich durchgecheckt, und dann hieß es in aller Ruhe zu warten, bis die Übung beginnt. „Nun machen wir Pieskow über Nacht weltweit bekannt“, versprach Zenker. Denn das Ziel der Funker war, alle Kontinente zu erreichen. Dazu setzten sie einen Telegrafie-Sender ein, der aus Batterien mit Stützung durch Solarpaneele gespeist wurde. Der Sender hatte eine Leistung von nur fünf Watt, was aber ausreichen sollte, um mit der ganzen Welt zu kommunizieren. Gefunkt wurde auf Kurzwelle.
In Schichten saßen während der 24-Stunden-Aktion immer eine Person am Morsegerät, während ein bis zwei weitere mithörten und ins Logbuch eintrugen. Am Ende der Übung konnten die Funker vom Prenzlauer Berg genau 401 Verbindungen zu anderen Funkamateuren herstellen. Die erreichten Stationen verteilen sich auf 37 Länder. Und obwohl die Pieskower selbst wohl kaum was davon mitbekommen haben dürften, ihr Örtchen hatte in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag Kontakt zum roten Kontinent, denn die weiteste Verbindung, die die Funker herstellen konnten, war eine etwa 13 700 Kilometer (Luftlinie) entfernte Station in Australien.
„Für uns ist der Wettbewerb super gelaufen. Wir hatten sehr viel Spaß, und unser Aufbau auf dem Weinberg hat hervorragend funktioniert, die viele Arbeit zur Vorbereitung hat sich also gelohnt“, so das Fazit von Organisator Peter Zenker. Besucher waren leider nur wenige an der Pieskower Schutzhütte, um den Amateurfunkern über die Schulter zu schauen. Dabei wäre es gerade für technisch interessierte Kinder vielleicht der Einstieg in eine sinnvolle Freizeitgestaltung mit grenzenlosen Möglichkeiten gewesen. Der Amateurfunk ist weltweit anerkannt als ein wissenschaftlich-technisches Hobby.
Die meisten Amateurfunker basteln ihre Geräte selbst, gerade das macht den Reiz des Hobbys aus. Dabei entwickeln sie oft einen starken Anspruch an sich selbst, denn sie haben immer das Ziel, möglichst jeden Punkt der Erde zu erreichen. Klappt dieses nicht, wird überlegt, woran es liegen könnte und man bastelt weiter an einem besseren Empfänger, einem besseren Sender. Aber der Amateurfunk ist nicht nur Zeitvertreib. So gibt es etwa eine Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk. Bei Katastrophen wie zum Beispiel Erdbeben und Hochwasser sind es die Amateurfunker, die aus den betroffenen Gebieten den Kontakt zur Außenwelt herstellen.
„Die Brücke der Welt“ – als diese verstehen sich die Amateurfunker, denn wer einmal eine Amateurfunklizenz erworben hat, kann sich mittels Morsecode mit Menschen auf der ganzen Welt verständigen. Grenzen gibt es keine. „Jede Art von Rassismus und Volksverhetzung wird in unseren Kreisen abgelehnt“, erklärt Peter Zenker unmissverständlich den weltumfassenden Gedanken der Funker.
Der Deutsche Amateur Radio Club (DARC) e.V. ist der größte Zusammenschluss deutscher Funkamateure und mit rund 45 000 Mitgliedern die drittgrößte Amateurfunkvereinigung weltweit. Für Einsteiger bietet der Bundesverband für Amateurfunk eine halbjährige kostenlose Mitgliedschaft im DARC an. Weitere Informationen unter www.darc.de.