Der Streit um Vorfälle mit Personen aus dem Jugendklub Dosto, die Mitglieder der Fraktion der Unabhängen verfolgt und beleidigt haben sollen, war Thema im Hauptausschuss am Donnerstagabend. Petér Vida (Unabhängige) demonstrierte anhand von Internetauszügen, wie eng die Verpflechtung zwischen dem Dosto und der in die Kritik geratenen Bernauer Antifa ist. Auf ihren Internetseiten hat die Antifa das Dosto als Kontaktadresse angegeben. Die Antifa wiederum tauchte auf den Seiten von Indymedia auf. „Bei Indymedia handelt es sich um ein vom Verfassungsschutz beobachtetes, linksextremes Internetportal, auf dem auch Bekennerschreiben zu den jüngsten terroristischen Anschlägen auf die Bahn veröffentlicht werden“, so Vida. Es könne nicht sein, dass das Dosto solche Texte verbreite und sich dann hinter der Anonymität verstecke. „Die Frage ist doch nicht, ob das Dosto seine Abrechnungen korrekt macht, sondern ob wir als Stadt so etwas unterstützen wollen“, machte er deutlich. Das Dosto bekommt das meiste kommunale Geld von allen Jugendklubs der Stadt.
„Das Ganze ist ein Vorgang, der geklärt werden muss. Wir sollten aber auch nichts übers Knie brechen“, argumentierte Klaus Geißler (Freie Fraktion).
Adelheid Reimann (SPD) fand deutlichere Worte. „Wenn irgendwo auch nur der leiseste Verdacht besteht, das etwas rechtsextremes geschieht, sind wir sofort zur Stelle. Aber es kann auch nicht sein, dass das Dosto ein Herd ist für Leute, die in einer anderen Form eine Richtung einschlagen, die wir nicht wollen. Wenn es im Dosto solche Leute gibt, müssen die dort entfernt werden.“
„Das Dosto ist unsere Immobilie. Das Gebäude ist noch ganz neu, aber die Toiletten sehen schlimmer aus als Bahnhofsklos zu DDR-Zeiten und die Küche genauso“, so die Kritik von Frank Goral (CDU). „Wir sollten ein Auge darauf haben, wie mit dieser Immobilie umgegangen wird.“
Alle Fraktionen haben mittlerweile Gespräche mit dem Dosto angekündigt oder bereits geführt. Gestern Abend trafen sich Mitglieder des Kulturausschusses zum Vor-Ort-Termin im Dosto.