Nach dem Kindertagesstättenanpassungsgesetz, vom Landtag im Juni verabschiedet, werden die Erzieherinnen künftig 11,5 Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung betreuen. Bisher waren es zwölf Mädchen und Jungen. In einem Jahr, zum 1. August 2018, erfolgt dann der zweite Schritt. Dann ist eine Kita-Mitarbeiterin für elf Kinder verantwortlich. Die Auswirkungen des neues Gesetzes sind in der Region unterschiedlich.
Ziemlich konkret sind dazu die Aussagen in Werneuchen. "Für uns bedeutet das drei zusätzliche Erzieherinnen", sagt Bürgermeister Burkhard Horn. Sie werden in den kommunalen Kitas "Zwergenland" in Löhme sowie "Sonnenschein" in Werneuchen eingesetzt. Eine weitere Fachkraft arbeitet künftig in der neuen Altstadt-Kita. Das dortige Team besteht aus insgesamt acht Erzieherinnen, fünf davon sind neu eingestellt. Den besseren Personalschlüssel begrüßt der Rathauschef. Dadurch könnten auch Ausfälle besser kompensiert werden. Als Beispiel nennt der Linken-Politiker die Kita in Tiefensee. Dort sei die Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren von zwei auf vier erhöht worden - bei gleicher Kinderzahl. "Das bringt schon eine Entlastung", so Horn.
Durch die Verbesserung des Personalschlüssels rechnet Werneuchen in diesem Jahr mit Mehrkosten von rund 50 000 Euro. Im nächsten Jahr werden es etwa 105 000 Euro sein.
Lob für das Gesetz gibt es auch aus Panketal. "Das ist schon eine tolle Sache", findet Cassandra Lehnert. Nach den Worten der zuständigen Fachbereichsleiterin sind die Auswirkungen aber eher gering. "Wir wussten, dass das Gesetz kommt und haben den Schlüssel bereits in unsere Planung eingearbeitet". Lehnert hebt zugleich hervor, dass nun wöchentlich in den Kitas zusätzlich 2,5 Stunden für pädagogische Leitungsaufgaben zur Verfügung stehen. Dies sei für die Arbeit ebenfalls nicht zu unterschätzen, so die leitende Verwaltungsmitarbeiterin. Diese Regelung tritt zum 1. Oktober in Kraft.
In die Gemeinde Wandlitz ziehen ständig Familien, folglich steigt auch der Bedarf an Kita-Plätzen. Zum 1. September werden deshalb fünf weitere Erzieherinnen benötigt. "Man kann dabei aber nicht unterscheiden, ob das am verbesserten Personalschlüssel oder an der gestiegenen Nachfrage liegt", sagt Hauptamtsleiterin Gisela Peter. Nach ihrer Auffassung wird sich die Kommune auch künftig immer wieder um Kita-Mitarbeiterinnen bemühen müssen. "Für neue Einrichtungen in Klosterfelde und Basdorf hat die Gemeindevertretung bereits die entsprechenden Beschlüsse gefasst", so Gisela Peter.
Gleich sieben Neueinstellungen in den Kitas plant im August/September die Gemeinde Ahrensfelde. Auf die Verbesserung des Betreuungsschlüssels entfallen dabei nach Angaben von Swen Schwarz rechnerisch knapp zwei Vollzeitstellen. Die Ausschreibungen seien im Juni in mehreren Tageszeitungen veröffentlicht worden. "Der Markt ist eng", so Schwarz.
Das Amt Biesenthal-Barnim kann zu den Auswirkungen des Kitaanpassungsgesetzes keine konkreten Angaben machen. Sie seien aber eher gering, so die Fachbereichsleiterin Bürgerservice, Katrin Döber.
Für die Kitas der Stadt Bernau sind wegen des verbesserten Schlüssels fünf zusätzliche Stellen vorgesehen. "Wir wollen diese schnellstmöglich besetzen", sagt die stellvertretende Personalamtsleiterin Katja Meyer. Ein Blick auf die Internetseite der Kommune lohnt sich dabei für Interessenten immer: Dort werden regelmäßig die Ausschreibungen veröffentlicht.
Nach Angaben von Bildungsminister Günter Baaske (SPD) kommen durch die beschlossene Personalschlüsselverbesserung rund 500 Erzieherinnen und Erzieher zusätzlich in die brandenburgischen Kitas.