Der Blick über den Gartenzaun verrät, dass hier die Kunst ein Zuhause hat. Zu den großen Bäumen bilden kleine oder größere Kunstwerke reizvolle Kontraste. Der Besucher der Ausstellung "Sommerkunst" wird sofort von der besonderen Stimmung gefangen genommen.
Sabine Wichmann hatte ihre textilen Kunstgebilde im Garten unter einem Pavillon präsentiert. Dort präsentierte sie neu gewebte traditionelle Rolltücher. Im Lausitzer Neukirch hat sie mit der Leinenmanufaktur eine Weberei gefunden, die noch Rolltücher mit ihren traditionellen Mustern, zumeist auf naturfarbenem Grund, noch herstellt. Daraus fertigt sie Tischdecken und anderen Raumschmuck, aber auch Taschen.
Es macht ihr solch ein Freude mit diesen Stoffen zu arbeiten. Genäht haben sie eigentlich immer, nur durch die Wende habe es eine Unterbrechung gegeben. Den Anstoß, wieder etwas zu machen, hat sie in einem schönen Laden in Berlin-Frohnau erhalten, der viel Patchwork im Angebot hatte. Das Nähen macht sie vor allem als Hobby, daher hat sie auch keinen Laden, ist aber gern beim Museumsfest oder ähnlichen Veranstaltungen dabei. Genauso freut sie sich, wenn sie auf ihre Näharbeiten angesprochen wird.
Auch ihre Standnachbarin Regina Born zeigt sich angetan von den textilen Kunstwerken. Ihr Metier ist aber ganz anderer Art. Der Yoga-Lehrerin aus Berlin hat es das Töpfern angetan. Als vor zehn Jahren ihre Freundin zu ihr sagte "Ich gehe jetzt Engel töpfern" war ihre sofortige Reaktion "Ich komm mit". Seither hat es ihr der Ton angetan, woraus sie zwar keine Engel macht, aber lustige Figuren, vorwiegend leicht korpulente Frauen mit verschmitztem Gesichtsausdruck. Wenn man morgens kurz nach dem Aufstehen, noch etwas müde, daran vorbeigeht, bekommt man doch gleich gute Laune, erklärt sie zu ihren freundlichen Werken, die auch schon der Galerie Ars publica in Berlin zu sehen waren.
Die fantasievollen Holzfiguren des 71-jährigen Zepernickers Horst Kagelmaker passen sich ebenso in das Ausstellungskonzept für die "Sommerkunst" ein. Sie korrespondieren auf faszinierende Weise mit den Holzskulpturen von Petra Löfflad. Darunter sind gründlich bearbeitete Hölzer, die zu gediegenen Kunstwerken werden, aber auch nur sparsam bearbeitete Objekte, wie ihre neues Werk "Verwoben". Es ist ein Packen Efeuranken und -wurzeln, der einige Gesichter bekommen hat, aber dessen Wildheit und Üppigkeit erhalten geblieben ist. Auch Kagelmaker bevorzugt Urwüchsiges, zum Teil schon verwitterte Hölzer aus dem Wald, die durch eine einfühlsame Bearbeitung zu Fabelwesen und verschiedenen skurrilen Figuren werden.
Im Gegensatz zu dem rauen Holz hat es der Wandlitzerin Dorit Bachmann die Seide angetan. Sie nimmt den zarten Stoff, färbt ihn und betrachtet dann das Ergebnis, woraus sich die Ideen für die Gestaltung zu Bildern entwickeln. Daneben sind gemalte Bilder zu sehen, die ebenso die Fantasie anregen.
Vervollständigt wird das Ausstellungsensemble mit Bildern von Ines Frank, die Öl, Acryl und Aquarell bevorzugt. Mit Ines Frank kooperiert Petra Löfflad nicht nur bei der Ausstellung in ihrem eigenen Atelier, sondern auch in der Eberswalder Zainhammer Mühle.
Man kann Petra Löfflad bescheinigen, dass ihr Konzept, bei der Gemeinschaftsausstellung Vielfältigkeit zu präsentieren, die auch zusammenpasst, gelungen ist. Die Besucher der Ausstellung haben sich mit Interesse umgesehen. Sie würde sie allerdings wünschen, dass noch mehr kommen und der eine oder andere seine Schwellenangst überwindet. Das geht beispielsweise bei ihren Kursen "Einfach frei malen", die die Künstlerin an Vormittagen, aber auch abends anbietet.
Das Atelier "LöwenART" ist in der Thälmannstraße 86 in Wandlitz zu finden.