„Bis Juni 2009 haben wir hier das Zimmererhandwerk gelernt“, sagt Martin Pieper. Weil die beiden bei der Gesellenprüfung so gut waren, wurden sie zum Landesausscheid nach Großräschen delegiert. Dort holte sich Martin Pieper den Landestitel, Eric Bensemann wurde Vize-Meister. Das hatte zur Folge, dass die beiden in das Stipendienprogramm der Stiftung für Begabtenförderung aufgenommen wurden und mit jeweils 5000 Euro unterstützt wurden.
Während Martin Pieper noch ein Jahr in Österreich seinem Beruf nachging und etwas Geld ansparte, half Eric Bensemann im väterlichen Betrieb. Seit November 2010 drücken sie jedoch wieder die Schulbank. Mit Hilfe der Begabtenförderung begannen sie einen Vollzeitausbildung zum Zimmerer-Meister.
Frank Wiedmer ist stolz. „Dieses Beispiel zeigt, wie man im Leben vorankommen kann. Man muss dafür nicht in die alten Bundesländer abwandern“, betont der Leiter der Ausbildungsstätte Komzet RDH Wriezen. In seiner Einrichtung lernen die Lehrlinge 37 Wochen lang Theorie und Praxis, legen vor den jeweiligen Kommissionen ihre Prüfungen ab.
Insgesamt 1000 bis 1200 Teilnehmer kann Frank Wiedmer pro Jahr im Komzet begrüßen. Ob zur überbetrieblichen Ausbildung, zum Meisterkurs oder zur Weiterbildung – das Baukompetenzzentrum in der Oderbruchstadt ist gefragt. Es ist eins von deutschlandweit 14 Zentren. Der Leiter der Einrichtung hofft, dass seine beiden Schützlinge auch die Meisterprüfung mit guten Noten bestehen. „Ein wenig aufgeregt, sind wir schon“, geben die beiden zu. Sie haben einen Sack voll Arbeit vor sich: Die Theorie lernen, die Praxis üben und die Meisterarbeit schreiben.
Die Pläne für das weitere Leben reifen auch schon. Während Eric Bensemann in den väterlichen Betrieb einsteigen will, überlegt Eric Pieper, ob er den Schritt in die Selbstständigkeit wagen sollte. „Aber das ist noch sehr vage“, fügt der 21-Jährige schnell an. Jetzt stehen erst einmal die Prüfungen im Vordergrund. Nächste Woche geht es los. Erst wenn diese Hürde genommen wurde, wollen die beiden weitersehen.