Der öffentliche Kampf um die Kreisfreiheit hat begonnen. "Gemeinsam werden wir am Ende Erfolg haben", ist der Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher überzeugt. Die Eigenständigkeit der Städte müsse doch ein ureigenstes Interesse der Landesregierung sein. Doch die sieht im Leitbild für die Kreisgebietsreform 2019 vor, drei der vier Oberzentren mit benachbarten Landkreisen zu verschmelzen. Brandenburg an der Havel, einst Chur- und Hauptstadt und Namensgeber fürs Land, soll dieses Schicksal erspart bleiben. Warum, erklärt ein nagelneuer Infoflyer, der fortan an den Stationen der Infokampagne verteilt wird. Nebst Aufklebern und Ansteckbutton. Außerdem liegen Unterschriftenlisten für Sympathisanten bereit, deren erster Schwung vermutlich schon zur Leitbilddisskussion mit Innenminister Karl-Heinz Schröter am 31. August übergeben werden kann. Die war ursprünglich im Rathaus angedacht, weswegen die Stadt ein großes Bürgerfest auf dem Altstädtischen Markt ab 16 Uhr organisiert hat. Allerdings scheint das Innenministerium auf eine Halle am Stadtrand ausweichen zu wollen. Tiemann würde das als "ersten Wortbruch zur Kreisgebietsreform" verstehen. "Das Rathaus ist als Symbol für die Eigenständigkeit unserer kreisfreien Stadt genau der richtige Ort für eine solche Diskussion." Leider ist der Landes-Blickwinkel ein anderer. Das Bürgerfest findet in jedem Fall statt und der Kampf um die Kreisfreiheit wird fortgesetzt. Warum? Lesen Sie das Interview mit Dr. Dietlind Tiemann auf Seite 5.