Die Meldung der Kripo an das Jugendamt war schon nach den ersten Vernehmungen erfolgt. Beide Seiten haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die schon seit Januar 2008 in Kraft ist. „Durch diese Kooperationsvereinbarung konnte die Zusammenarbeit mit der Polizei in Kinderschutzfällen erheblich verbessert werden. Es geht in der Vereinbarung also nicht vornehmlich um Straftäter, sondern um Kinderschutz“, sagt Marianne Schlestein, Pressesprecherin des Landkreises Barnim.
Etwa 40 Prozent aller Meldungen an das Jugendamt stammen von der Polizei, so die Bilanz der zweijährigen Zusammenarbeit. „In jedem Fall wird das Jugendamt tätig und prüft die entsprechende Situation in der Familie, in der Schule beziehungsweise Ausbildungsstätte sowie im direkten Umfeld der Kinder und Jugendlichen ab. Hier ist es Aufgabe des Jugendamtes, zu analysieren und die geeigneten Hilfemaßnahmen zu definieren“, erklärt Marianne Schlestein.
Ausgehend von dieser Definition werden in Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft, Gesundheitsamt des Landkreises und der Polizei geeignete Maßnahmen ergriffen. Das kann unter anderem eine psychologische Diagnostik sein. Partner in solchem Falle ist das Martin-Gropius-Krankenhaus. Des öfteren praktiziert wurden aber auch Hilfen zur Erziehung. „Bei jeder Entscheidung werden die jeweiligen Umstände und Situationen in den Familien berücksichtigt“, so die Pressesprecherin. Das wird auch auf die beiden jugendlichen Feuerteufel zutreffen.
Arbeit gebe es für das Jugendamt reichlich, verweist Marianne Schlestein auf die Zahlen im vergangen Jahr. Da gab es insgesamt 224 Fälle von Kindeswohlgefährdung. Die Meldungen kamen nicht nur von der Polizei. Aus diesen Mitteilungen resultieren immerhin 117 Hausbesuche. In zehn Fällen mussten Sofortmaßnahmen zum Schutz der betroffenen Kinder und Jugendlichen ergriffen werden. In 50 Fällen bestätigte sich der Verdacht der Kindeswohlgefährdung nicht. Dafür aber wurden Maßnahmen der Jugendhilfe gewährt. Das sind in erster Linie Leistungen, die der Förderung und Erziehung eigenverantwortlicher und selbständiger Persönlichkeiten dienen.
„In den übrigen Fällen ergaben die Prüfungen keinen weiteren Handlungsbedarf seitens des Arbeitsgebietes Kinderschutz“, erklärt Marianne Schlestein.