Im Oberstufenzentrum II in Eberswalde drehte es sich am Donnerstag alles um das Thema Gesundheit. Bei einem Tag der offenen Tür stellten Schüler an Ständen und Tafeln im ganzen Gebäude vor, woran sie während der vorangegangenen Projekttage gearbeitet hatten.
Ganz unterschiedliche Ideen sind dabei herausgekommen. An einem Stand bieten die beiden angehenden Fleischfachverkäuferinnen Jenifer Laaser und Anika Richter Bratwurst mit Cranberry oder Holunder feil. Verantwortlich für dieses Experiment sind die auszubildenden Fleischer. In der schuleigenen Fleischerei haben sie die Würste hergestellt. "Nach einem Rezept unseres Lehrers", erzählt der 19-jährige Chris Schübler. "Das ist Übungssache. Wenn man einmal weiß wie es geht, ist es einfach", erklärt er.
110288
Die Holunderbratwurst verkaufe sich am besten, erklärt Jenifer Laaser. "Die ist nicht ganz so süß."
Ein paar Meter weiter lässt sich der 19-jährige Benjamin Blohmer für 50 Cent mit nach Zitrone duftendem Öl die Hände massieren. "Das ist sehr entspannend", erklärt der angehende Mechatroniker. Am liebsten hätte er gleich die Telefonnummer von seiner Masseurin Tina Grimm, die eine Ausbildung zur Friseurin macht. "Handmassagen gehören auch zu unserer Ausbildung", sagt sie. Neben ihr liegt eine Anleitung, was bei einer professionellen Massage zu beachten ist. "Druck und Reihenfolge müssen stimmen", erklärt die 19-Jährige.
Über das Thema Gesundheit wird viel Unfug berichtet. Deswegen haben angehende Gestaltungstechnische Assistenten Plakate entworfen, die über Gesundheitsirrtümer aufklären. Hinter Tina Grimm aus dem zweiten Lehrjahr hängt ihr Werk: ein rosafarbenes Plakat mit der Aufschrift: "Küssen macht krank? Von wegen! Küssen ist gesund!" In Wirklichkeit kann der Austausch von Bakterien die Abwehrkräfte stärken. Ihr Mitschüler Florian Jahnke hat sich dem Vorurteil gewidmet, dass Kaugummi angeblich den Magen verkleben könne. Auch das stimmt nicht, erklärt der 18-Jährige.
In den oberen Etagen der Schule wird unter dem Stichwort nachhaltiges Bauen gezeigt, wie ein Blockhaus entsteht. Die Elektroniker demonstrieren die Steuerung von Geräten und Lampen mithilfe von Fernbedienungen. Schließlich wirkt sich Licht auf das psychische Wohlbefinden und damit auf die Gesundheit aus.
Die Hauswirtschaftslehrerin Karla Schnabel schwört auf Brennnesseln. Die Pflanze entschlacke und sei gut für die Galle und die Nieren, erklärt sie. Ihre Schülerinnen bieten an ihrem Stand Brennnessel-Suppe, -Brotaufstrich und -Crèpes mit Quarkfüllung an. "Die Pflanze soll sogar gegen Vergesslichkeit helfen. Das ist gut bei Prüfungen", erzählt die Lehrerin und lacht.
Extravagante Kreation: Der angehende Fleischer Chris Schübler hat während der Projekttage mit seinen Mitschülern Holunder-Wurst hergestellt. Mehr Bilder vom Tag der offenen Tür gibt es unter: www.moz.de. Foto: MOZ/Thomas Burckhardt