Weil unter dem Strich alles gut geklappt hat, plant Ginnow-Merkert schon jetzt an einer Neuauflage. Ziel ist es, das Werbellinsee-Rennen als festen Termin im Kalender der Solarbootsbauer-Szene zu etablieren. Die Punktewertung für die Solarboot-Europameisterschaften ist ein erster Schritt in diese Richtung, findet Ginnow-Merkert: „Wir sind auf dem Radar der ambitionierten Solarboot-Pioniere aufgetaucht.“
Besonderes Augenmerk soll der konzeptionellen Weiterentwicklung von Solarbooten gelten. Einfache Kanus, Kajaks oder Katamarane, auf denen handelsübliche Photovoltaikmodule montiert werden, einer überdimensionierten Tischplatte gleich – dieser Ansatz soll nach dem Willen der Veranstalter bald der Vergangenheit angehören: „Die derzeitigen Solarboote begeistern nicht unbedingt das Publikum, deshalb haben wir einen Design-Preis ausgelobt.“ Das Reglement ließ den gemeldeten Teams viele Freiheiten, mit Motoren, Werkstoffen und Rumpf-Formen zu experimentieren. Möglichkeiten, von denen insbesondere die vertretenen Hochschulteams Gebrauch machten.
Die Veranstalter konnten in diesem Jahr kurzfristig noch einen mit 500 Euro dotierten Sonderpreis für eine Lehrperson vergeben, die sich besonders in der Umweltbildung engagiert hat. Preisträgerin ist Martina Kalohn vom Eberswalder OSZ II, die „mit ihren Schülern in kurzer Zeit ein respektables Boot zusammengebaut“ hat, wie es in der Begründung heißt. „Wir wollen damit diejenige Lehrkraft würdigen, die – oft gegen erhebliche Widerstände und mit geringen Mitteln – ihren Schülern die Beteiligung an unserer Solarbootregatta ermöglicht hat“, so Ginnow-Merkert.
Was es bedeutet, sich als Solarpionier gegen Vorbehalte behaupten zu müssen, damit ist der Kunsthochschul-Professor vertraut: Die Werbellinsee-Regatta ist nicht die erste, die er aus der Taufe gehoben hat. Vor knapp 20 Jahren gründete er eine Solarbootregatta in Minnesota/USA. Auch damals gegen viele Hindernisse. Die Regatta aber findet immer noch jährlich statt.