Wie der Landkreis Barnim auf Anfrage dieser Zeitung informiert, wurde die Überstellung des Afrikaners nach Belgien angeordnet. Bereits im Oktober habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seinen Asylantrag abgelehnt. Grund: die betreffende Person hatte bereits in Belgien einen Antrag gestellt. Nach der DublinIII-Verordnung sei der in Deutschland gestellte Antrag damit unzulässig.
Eine daraufhin eingebrachte Klage sei vom Verwaltungsgericht Frankfurt Oder unanfechtbar abgelehnt worden. Die Ausländerbehörde des Landkreises Barnim habe daraufhin die Überstellung im Auftrag des BAMF durchgeführt. "Es handelt sich also um keine Abschiebung", heißt es seitens des Kreises. Eine Vorankündigung des Termins sei rechtlich nicht vorgesehen. Der Mann habe nach Ablehnung seines Antrags jederzeit mit der Überstellung rechnen müssen. Einen Rechtsbeistand habe er zu keinem Zeitpunkt gefordert.
Im Zuge des Protests wurde am Freitag auch ein Ende der Unterbringung in Ützdorf gefordert. Das dortige ehemalige Schwesternwohnheim sei zu abgelegen. Der Kreis begründet den Standort unter anderem damit, dass man die Flüchtlinge auf den gesamten Barnim habe verteilen wollen.