Wann bin ich das letzte Mal Schlittschuhe gelaufen? Steht in der Rumpelkammer nicht noch das auseinandergebaute Hochbett? Diese beiden Dinge sind die ersten, die auf dem neuen Barnimer Flüchtlings-Hilfe-Portal einmal als Gesuch, einmal als Angebot eingestellt worden sind. Auf dem virtuellen Marktplatz sollen Geflüchtete, Träger von Flüchtlings-Einrichtungen, Willkommensinitiativen und engagierte Bürger auf unkompliziertem Weg zusammenfinden und ihre Angebote und Gesuche austauschen können.
"Im Prinzip funktioniert HelpTo ähnlich wie das Online-Verkaufsportal Ebay-Kleinanzeigen", erklärt Daniel Wetzel vom Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt, der das Flüchtlings-Hilfe-Portal Anfang Oktober ins Leben gerufen hat. Neben Potsdam gibt es eine solche Plattform nun auch in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Märkisch-Oderland, Potsdam-Mittelmark, Dahme-Spreewald und Spree-Neiße. Zudem soll die Plattform Anfang Dezember in Berlin und Magdeburg freigeschaltet werden.
Die Nutzer stellen auf HelpTo ihre Angebote mit einem kurzen Beschreibungstext sowie wahlweise mit einem Foto ein. Auch Gesuche können auf der Plattform eingetragen werden. Zur Auswahl stehen zehn Kategorien: Sachspenden, Wohnen, Fahrdienste und Transporte, Familie und Kinder, Arbeit, Bildung und Wissenschaft, Begleitung und Beratung, Freizeit, Sprache sowie Projekte und Ideen. Initiativen können sich auf der Plattform zudem mit einem eigenen Profil vorstellen.
Die Internetseite sei übersichtlich gestaltet und die Handhabung einfach, verspricht Mitorganisator Wetzel. Wer mitmachen möchte, muss sich lediglich mit seiner E-Mail-Adresse und einem Benutzernamen registrieren. Damit die Anonymität gewahrt bleibt, findet die Kommunikation über das Portal selbst statt. Während des Chatverlaufs können die Dialogpartner selbst entscheiden, welche Informationen sie preisgeben möchten, erklärt Wetzel weiter. Die Internetseite gibt es auf Deutsch und Englisch. Geflüchteten, die der beiden Sprachen nicht mächtig sind, empfiehlt Wetzel, auf Übersetzungs-Apps zurückzugreifen.
HelpTo werde bereits gut genutzt, berichtet er. In Potsdam, wo sich das Portal nach wenigen Wochen etabliert hat, seien regelmäßig Hunderte von Angeboten und Gesuchen online zu finden. Und zahlreiche Vermittlungen seien schon durchgeführt worden. Das Projekt finanziert sich über Sponsoring und Spenden. Unter anderem wird es von der Landes-Koordinierungsstelle "Tolerantes Brandenburg" sowie der Stadt Potsdam unterstützt. Die Märkische Oderzeitung ist Medienpartner des Projekts.
Landrat Bodo Ihrke (SPD) und Landtagsabgeordneter Daniel Kurth (SPD) begrüßen den Start im Barnim. "Es ist gut, dass es mit HelpTo eine Plattform gibt, mit der es möglich ist, sich auszutauschen und zu informieren und so die Netzwerke und Kräfte zu bündeln", erklärt Landrat Ihrke. Der Landkreis stünde vor einer großen Herausforderung, der man sich nur gemeinsam stellen könne. Verschiedene Vertreter von Barnimer Willkommensinitiativen zeigten sich von HelpTo angetan.
Portal unter: barnim.helpto.de