Im vergangenen Jahr hatte Dammendorf zur 525-Jahr-Feier eingeladen. "Doch inzwischen wissen wir, dass Dammendorf älter ist. Tobias Preßler aus Dammendorf, der jetzt in Berlin lebt, hat uns auf eine Urkunde aufmerksam gemacht, in der unser Ort im Jahr 1472 aufgelistet wurde", erläuterte Ralf Hartwig. Folglich ist die Siedlung bereits 540 Jahre alt.
Man werde viele der neuesten Forschungen in der Festschrift "625 Jahre Grunow", die im Juni vorliegen wird, publizieren, kündigte Sebastian Rückheim an. Dabei werde man auch auf die Frage eingehen, ob Grunow nicht bereits vor dem Jahr 1387 urkundlich nachzuweisen ist.
Unstrittig ist dabei, dass in der Landschaft bereits früher Menschen siedelten. Sebastian Rückheim arbeitet beruflich als Grafiker, ehrenamtlich engagiert er sich als Bodendenkmalpfleger. Er sammelt Oberflächenfunde, fast ausschließlich Keramikscherben, auf. Sein Material, das er in vielen Jahren zusammengetragen hat, begutachtete gestern der Archäologe Martin Petzel. Die Funde belegen, dass bereits in der mittleren Steinzeit, also in der Spanne von 8000 bis 3000 v. Chr., Menschen in Grunow siedelten.
Die Keramikstücke zeigen, dass es in der jüngeren Bronzezeit, also um 1000 v. Chr., bereits Häuser gegeben haben muss. "Die Scherben stammen von einer Siedlung, nicht von einem Friedhof", bestimmte Martin Petzel. Bereits um 1820 hatte ein Kirchenmann über bronzezeitliche Grabhügel in Grunow geforscht. Ob es eine Chance gibt, die Siedlung und die Gräber zu suchen und auszugraben? Keine Chance, kein Geld, antwortete Martin Petzel.