Ungefähr hundert Gäste mögen es gewesen sein, die am Sonnabend Nachmittag in die Kleine Bühne kamen, um bei der Live-Sendung von Deutschlandfunk-Kulturradio, das seit 15 Jahren durch die Lande tourt und nun in der Stahlstadt Station machte, dabei zu sein. Bereits vor acht Jahren waren die Rundfunkschaffenden in Eisenhüttenstadt, nun interessierte sie, was sich seitdem verändert hat. Diese Ausgabe der langjährigen Sendereihe „Deutschlandrundfahrt“ wurde von 15.05 bis 16 Uhr bundesweit live übertragen.
Kompetente Gesprächspartner fand Moderatorin Miriam Rossius dabei unter anderen in Theaterleiterin Regina Richter, die die Gäste begrüßte und über Angebote des Friedrich-Wolf-Theaters informierte sowie Hartmut Preuß, der den Zuhörern einen kurzen Einblick in die Geschichte der Stadt gab, unterstützt von Originalton-Einblendungen aus den ersten Jahren, die besonders beim älteren Publikum viele Erinnerungen wach werden ließen.
Mehrmals gab es Konferenzschaltungen zum Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, wo zeitgleich unter Teilnahme von rund 200 Besuchern die neue Dauerausstellung zum Leben in der DDR eröffnet wurde und die sich speziell an die Nachwendegeborenen richtet, die ohne das Hintergrundwissen der Älteren mehr über das Leben im Sozialismus erfahren wollen.
ArcelorMittal Arbeitsdirektor Joachim Niebuhr und Betriebsratsvorsitzender Holger Wachsmann berichteten nach einem redaktionellen Zeitsprung in die Gegenwart über die Situation im Stahlwerk, bevor Bürgermeisterin Dagmar Püschel und Stadtplanerin Gabriele Haubold sich der Darstellung der Entwicklung der Stadt annahmen, wobei die Senkung der Einwohnerzahlen und der damit notwendige Rückbau der Wohnsubstanz sowie die Sanierung der verbleibenden im Mittelpunkt standen. Zum Projekt „Feuerwehrstadt Eisenhüttenstadt“ nahm schließlich Martina Harz, Fachbereichsleiterin Ordnungsverwaltung und Bürgerservice in der Stadtverwaltung Stellung. Musikalisch umrahmt wurde die Sendung von den Eisenhüttenstädter Movie-Jazzern und Sängerin Jenny Schulze aus Wellmitz.