Mit einer erdrückenden Fülle von Material präsentiert die 69-jährige Theoretikerin der Globalisierung, die selbst in Argentinien und Italien aufgewachsen ist, in Frankreich studiert hat und heute einem "Komitee für globales Denken" der Columbia-Universität vorsteht, ihre These. Demnach weisen unterschiedliche Phänomene der Gegenwart - vom Austrocknen des Aral-Sees über Rohstoff-Ausbeute in Afrika bis zu Immobilien-Käufen in Weltstädten wie London - einen gemeinsame Tendenz auf: Sie grenzen große Gruppen von Menschen aus, sie schaffen globale und überaus brutale Armut, in globalem Maßstab.
Lange spricht sie, wenige Meter von der Obdachlosen-Unterkunft der Stadt entfernt, über die Rekordzahlen an Zwangsversteigerungen, die Menschen in den USA und anderswo um ihr Heim brachten. Die Wirkkräfte hinter all dem sind kaum zu fassen. "Wir könnten sie alle an die Wand stellen und erschießen - es würde nichts ändern", sagt die Frau, die sich einmal im Nebensatz eine "alte Linke" nennt, über die Vertreter der Finanzindustrie, die sie von gewöhnlichen Banken scharf unterscheidet. Hoffnung versprächen allenfalls kleine lokale Zweckbündnisse.
Hans Hoffmann zeigt sich hinterher sehr beeindruckt, auch wenn er nicht alles verstanden hat. Er will jetzt das Buch lesen.