Katarina Prchal vom Berliner Institut für Soziale Gesundheit und Judith Fink vom Pflegestützpunkt Erkner kennen das Problem. Im Rahmen des Modellprojekts "Vereinbarkeitslotsen Pflege und Beruf" haben sie zu der Veranstaltung eingeladen. Die gute Nachricht: In einem akuten Fall hat jeder das Recht, zehn Tage frei zu nehmen. "Anders als bei kranken Kindern, ist es nur ein einziges Mal möglich, diese zehn Tage in Anspruch zu nehmen", sagt Judith Finke. Katarina Prchal weist darauf hin, dass es laut Gesetz mit Pflegezeit und Familienpflegezeit möglich ist, 24 Monate voll oder teilweise aus dem Job auszusteigen. Das gilt allerdings nur, wenn die Firma groß genug ist.
So schwierig die Situation im Einzelfall ist, es gibt auch gute Erfahrungen. Sabine Kühne aus Erkner pflegt ihren schwerbehinderten, erwachsenen Sohn. Für den Umbau des Bades sagte die Krankenkasse schnell finanzielle Hilfe zu. Bis zu 4000 Euro können ab Pflegestufe 1 beantragt werden, um die Wohnung barrierefrei zu machen. Doch am Geld liegt nicht immer. "Finanziell hat sich in den letzten Jahren viel getan", sagt Sabine Kühne. Ihr Problem ist ein anderes: Ihr Sohn arbeitet in einer Werkstatt, die jeden Sommer für einige Zeit schließt. Immer wieder hat sie Schwierigkeiten, jemanden zu finden, der sich dann tagsüber um ihn kümmert. "Es mangelt einfach an Menschen, die helfen." Mit den Angeboten von Tagespflege oder der Arbeitsteilung mit einem Pflegedienst will sie sich jetzt intensiver befassen.
Wer selbst Informationsbedarf hat, kann sich im Pflegestützpunkt Erkner beraten lassen. Die nächste Informationsrunde findet am 12. März, von 10 bis 12 Uhr, statt.