Wie Lück sagte, habe er diese Information nicht etwa vom zuständigen Landesumweltamt erhalten, das nach Brandenburgischem Baugesetz verpflichtet wäre, Ketzin/Havel als Nachbargemeinde am Genehmigungsverfahren zu beteiligen, sondern zuerst vom Schmergower Ortsvorsteher, dann aus der Presse und schließlich auch durch Anrufe besorgter Einwohner aus Schmergow (Potsdam-Mittelmark), die wissen wollten, wie die Stadt zu dem Vorhaben stehe. "Erst nach unserer Intervention hat das Landesumweltamt der Stadt Ketzin/Havel die Unterlagen, und das verspätet, zur Stellungnahme geschickt", bestätigte Lück am Dienstagmorgen.
Der potentielle Investor hat die Fläche gekauft und beabsichtigte bereits vor längerer Zeit, an dieser Stelle eine Mastanlage mit einer Kapazität von 220.000 Hähnchen in weniger als 1.000 Meter Entfernung zur Fähre, und damit auch zur Ketziner Wohnbebauung, zu errichten. Als das nichts wurde, nun der neue Anlauf mit der auf 160.000 Plätze reduzierten Anlage.
Sowohl die Gemeindevertretung Groß Kreutz als auch der Schmergower Ortsbeirat haben das Vorhaben bereits nachdrücklich abgelehnt. Wie es seitens des Landesumweltamtes zu diesem Verfahren zur Errichtung der Anlage in einem Landschaftsschutzgebiet kommen konnte, kann sich der Bürgermeister überhaupt nicht erklären. Die Stadt werde auf jeden Fall das Vorhaben ablehnen, versicherte Lück.
Bei entsprechender südöstlicher Windrichtung gäbe es schon jetzt erhebliche Geruchsbelästigungen von der Biogasanlage, in deren unmittelbarer Nachbarschaft die Hähnchenmastanlage stehen soll. Er erwartete durch die rund um die Uhr laufenden Belüftungsanlagen entsprechende Geruchsbelästigungen für die Ketziner und die Besucher. "Touristen, die auf dem Havelradweg zwischen Mastanlage und Fähre unterwegs sind, werden wohl schnellstmöglich das Gebiet verlassen wollen und nicht erst noch mit dem Gestank im Nacken mit der Fähre übersetzen oder gar das Strandbad besuchen", befürchtet Lück. Er war der erste, der sich in die Unterschriftenliste gegen den Bau der Anlage eintrug. Die Unterschriftenlisten liegen für alle, die gegen den Bau der Hähnchenmastanlage Einspruch einlegen möchten, sowohl direkt im Flur des Rathauses, als auch im gegenüber befindlichen Bürgerbüro aus.