"Der Landkreis und das Schulamt handeln alles in allem vorbildlich. Es ist einiges getan worden, um den Flüchtlingskindern Bildungsperspektiven aufzuzeigen", sagte er gegenüber dieser Zeitung. Die Vorbereitungsgruppen etwa, die dazu dienen, die Kinder auf den Regelunterricht vorzubereiten, seien mit 22, zwei Drittel an Grundschulen und ein Drittel an weiterführenden Schulen, in ausreichender Zahl vorhanden. Außerschulisch gibt es bis zu sechs Vorbereitungsgruppen. Eine weitere eigenständige Klasse ist an der Schule am Akazienhof angegliedert. "Grundsätzlich finde ich eine Differenzierung gut, weil so unterschiedliche Kompetenzen gefördert werden können", meine Seelbach.
Das ist auch vonnöten, schließlich sind Angebote je nach Bildungsstand erforderlich. Vom Analphabeten bis hin zu Schülern, die das Fachoberschulniveau bereits haben, können Defizite spezialisiert ausgemerzt werden. Deren 36 Förderkurse laufen deshalb auch parallel oder zusätzlich zu den schulischen Angeboten. "Das ist auch sinnvoll", so der Bildungsexperte, der auf Landesebene an der neuen Eingliederungsverordnung mitgewirkt hatte. Die jetzige Bestandsaufnahme zur Beschulung der Flüchtlingskinder soll in zwei bis drei Jahren genauestens analysiert werden. Das heißt: Die Frage, wie die Maßnahmen gewirkt haben, soll erörtert werden, Stichwort Erfolgskontrolle.
Übrigens: Zusätzlich zum normalen Lehrerbestand fallen 20,4 Vollzeitstellen und damit 1735 Lehrerwochenstunden zusätzlich an. Wie viel Personalkosten in Summe entstehen, ist indes unklar. Selbiges gilt für die Finanzierung sogenannter Sprachmittler, die bei der Aufnahme von Schülern, übersetzen sollen, aber keine Dolmetscher sind.