Ein politischer Hintergrund wird laut Abgaben von Polizeisprecherin Jana Birnbaum nicht ausgeschlossen, jedoch gehe die ermittelnde Kripo nach jetzigen Stand der Dinge nicht davon aus - "zumindest wurde der Staatsschutz nicht eingeschaltet", sagte sie. Nicht nur die Kreisvorsitzende der Linken im Havelland, die auch Stadtverordnete in Nauen ist, Susanne Schwanke-Lück, zeigte sich indes geschockt. "Das ist extrem", sagte sie.
Die Frontscheiben der Geschäftsstelle sind regelrecht übersät mit Einschlagspuren. Zerborsten ist das Glas, wenngleich keine der Scheiben komplett zu Bruch gegangen ist. Schmierereien oder politische Parolen sind nicht zu finden. Anzeige haben die Vertreter der Linken bereits erstattet, doch wird es wohl schwierig werden, die Täter zu schnappen. Damit rechnen sie zumindest nicht. Eine Gefährdung für Linkenpolitiker schließt die Polizei jedoch aus. Gegen 0.15 Uhr will ein Hausbewohner, der als Zeuge Hinweise gegeben hat, lautstarke Geräusche gehört haben. Er rief zunächst nicht die Polizei, erst am Mittwochmorgen gegen 9.15 Uhr, neun Stunden später.
Den Spekulationen sind nach dem mutmaßlichen Anschlag jedoch Tür und Tor geöffnet. Ob dieser möglicherweise im Zusammenhang mit Aktivitäten von rechten Parteien steht, will Schwanke-Lück zumindest nicht ausschließen. So sind in Nauen am Dienstag in einzelnen Wohngebieten entsprechende Flyer verteilt worden. "Es ist zudem durchaus möglich, dass unsere positiven Positionen zum Bau einer Asylbewerberunterkunft in der Nauener Stadtverordnetenversammlung eine Rolle gespielt haben. Ich bin schockiert. So etwas hört man sonst nur aus anderen Regionen. Nun hat es uns erwischt", betonte die Kreisvorsitzende der Linkspartei.
Geschockt ob der Nachricht zeigten sich auch der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold, sowie die Landtagsabgeordnete Andrea Johlige. Beide haben ihre Büros in der Nauener Marktstraße.
Die Polizei nimmt indes unter der Telefonnummer 03322/ 269-0 Hinweise von möglichen Zeugen entgegen.