Sieben oder acht Großkreise und Potsdam als kreisfreie Stadt, statt bislang 14 Landkreise und vier kreisfreie Städte. Und: Die neuen Landkreise sollen mindestens 175.000 Einwohner haben, aber nicht größer als 5.000 Quadratkilometer werden. All das könnte festgezurrt werden, wenn der Entwurf zur Kreisgebietsreform vollumfänglich auf Gegenliebe stoßen würde. Das ist in der Summe jedoch nicht der Fall.
Bauchschmerzen hat auch Schröder etwa mit der zugrunde liegenden Prognose zur Einwohnerzahl für das Jahr 2030, die 2012 erstellt worden ist. Aktuell leben im Havelland rund 153.000 Menschen, 2030 sollen es rund 6.000 weniger sein. Demnach würde der finanziell gut aufgestellte Landkreis Havelland durchs Raster fallen. Wenn dem so sein sollte, präferierte Schröder, der lieber eine erneute Prognose mit Stichtag 31.12.2014 heranziehen würde, einen Nord-West-Zusammenschluss, indem Teile der Ostprignitz und der Prignitz ins Havelland überführt würden.
Ungeachtet dessen bezeichnete er die Stärkung der Oberzentren als "Unsinn". Das würde seiner Meinung nach die Einkreisung ad absurdum führen beziehungsweise aufweichen. Eine beabsichtigte Standardisierung wäre dann gar nicht möglich. "Beispiel Öffentlicher Personennahverkehr: Wenn es keine Zusammenführung gibt, wird viel Geld verbrannt. Das wäre ein fundamentaler Konstruktionsfehler."
Und die Funktionalreform generell? Im Zuge dieser werden wohl 20 Landesaufgaben übertragen werden. So sollen etwa Zuständigkeiten für den schulpsychologischen Dienst, die hoheitliche Forstverwaltung, Vollzugsaufgaben im Bereich der Wasserwirtschaft, die Genehmigung von Schweinemastanlagen & Co. oder aber die Zuständigkeit für den Naturschutz bis zur Führung der Denkmallisten übertragen werden.
"Zu unkonkret, zu wenig", sagte Landrat Schröder. Er sieht im Reformansatz viele Schwächen, die allerdings während des nun beginnenden Diskussionsprozess, der 2019 abgeschlossen sein wird, ausgemerzt werden können, wie er meinte. Verteufeln will der Landrat deshalb nichts, aber mit seinen kritischen Anmerkungen den Finger in die Wunde legen. Es sind Fragen über Fragen, die konkreter beantwortet werden müssen, meinte Schröder. "Ich denke, mit Blick auf die Funktionalreform ist noch Luft nach oben."