Der Landkreis Havelland muss sich auf deutlich mehr Flüchtlinge einstellen als zunächst erwartet worden ist. Landrat Dr. Burkhard Schröder (SPD) sprach gegenüber dieser Zeitung von "dramatischen Zahlen", die Auswirkungen haben werden. Die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Kreistag sind indes ob der neuesten Entwicklung bereits informiert worden.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat eine neue Prognose für das laufende Jahr erstellt. Demnach hat sich das Asylbewerberaufnahmesoll von bislang 555 Menschen auf 841erhöht. Die Zuweisungsquote ist damit um etwa ein Drittel gestiegen, doch gibt es im Landkreis keine ausreichenden Kapazitäten, um dem Flüchtlingsstrom Herr zu werden. Der Druck nimmt zu und folglich müssen wohl weitere Unterkünfte gebaut oder anderweitige Lösungen gefunden werden, Stichwort Notunterkünfte. "Alles in allem ist das grenzwertig. Die Herausforderungen sind enorm, die Grenze der Machbarkeit ist erreicht", sagte Schröder am Dienstag. "Wir müssen überlegen, wie wir damit umgehen. Wir werden wohl nicht umhin kommen, Notfallkonzepte zu erarbeiten. Das Thema Asyl wird uns im Griff haben."
In der Tat: Mit dem Überhang aus dem vergangenen Jahr muss der Landkreis 952 Flüchtlinge und Asylbewerber in 2015 aufnehmen, die monatliche Zuweisung betrage zudem ab sofort 96 Personen.