Steigende Schülerzahlen im Einzugsbereich des Gymnasiums und der Wunsch vieler Schüler und Eltern, nach der Grundschule ein Gymnasium besuchen zu wollen, führten zum Ergebnis, dass das Gymnasium vierzügig geführt werden muss. Die bestehenden Räumlichkeiten entsprachen nicht mehr den Empfehlungen des Bildungsministeriums (MBJS). Vor einem Jahr wurde deshalb ein Vertrag zwischen dem Landkreis Havelland und der Stadt Nauen zur gemeinsamen Finanzierung des Erweiterungsbaus geschlossen.
"Das zukünftige Erdgeschoss wird der Erweiterung der Sporthallenkapazität dienen, während sich im Obergeschoss hauptsächlich Räume für den Fachunterricht finden werden", erläuterte Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) den Gästen. Im laufenden Schuljahr lernen am Goethe-Gymnasium 605 Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 7 bis 12, wovon die Jahrgänge 7 bis 9 bereits vierzügig sind. Unterrichtet und betreut werden diese von 40 Lehrern. "In den vergangenen Monaten wurde die Schule mit moderner Medientechnik, wie Notebooks, Smart-Boards und Beamern ausgestattet. Allein diese Modernisierung kostete 135.000 Euro, davon stammten 41.000 Euro aus Fördermitteln", rechnete der Bürgermeister vor.
Nicht ohne Stolz sagte Landrat Dr. Burkhard Schröder (SPD): "Die Fertigstellung des Ringbaues wird dem Goethe-Gymnasium dauerhaft eine Vierzügigkeit erlauben", und der Landrat dankte dem Bürgermeister für die positive Schulentwicklung in der Stadt. "Ich glaube, dass das Geld aus der Kreiskasse mit dem Erweiterungsbau gut angelegt ist", versicherte der Landrat.
Dabei war die Schule, dessen Hauptgebäude aus dem Jahre 1916 stammt, auch in den vergangenen Jahren ständig in Bewegung: Bereits im Oktober 2010 erhielt die Schule einen Ergänzungsbau, um den Anforderungen an ein dreizügiges Gymnasiums gerecht zu werden. Zusammen mit einer Notfallplanung und der Gestaltung der Außenanlagen zur Sankt-Georgen-Straße investierte die Stadt rund 2,4 Millionen Euro. 2010 wurde für an der Schulsporthalle über eine halbe Million Euro für eine energetische Sanierung investiert. Im selben Jahr zog die Schulverwaltung im Hauptgebäude um. Schulpate und Landtagsabgeordneter Udo Folgart (SPD) blickte sogar zurück: "Ich als Schulpate kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, wie es hier zwischen 1971 und 1975 ausgesehen hat. Insofern ist es eine Entwicklung, die mir das Herz aufgehen lässt". Das Goethe-Gymnasium wird dank seiner guten Erreichbarkeit aller öffentlicher Verkehrsmittel und der ruhigen Lage nicht nur von den einheimischen Schülern geschätzt. Etwa 65 Prozent der Schüler sind nicht Einwohner der Stadt Nauen.