CDU-Fraktionschef Ulrich Junghanns kritisierte heftig die Pläne der Landesregierung einer Verwaltungsreform. "Die Eckpunkte der Verwaltungsreform machen uns als Stadt unmündig in der Diskussion. Und die Probleme, wie Haushaltslage, haben nichts mit dem Status Kreisfreiheit zu tun", betonte er. Mit den vier kreisfreien Städten habe Brandenburg Ankerpunkte in der Fläche des ganzen Landes. Dabei sei Frankfurt als europäische Doppelstadt mit Slubice ein einmaliger Identifikationspunkt im Land. "Das Land, das zeigt der Leitbildentwurf, hat diesen Anspruch nicht", sagte Junghanns. Mit diesen Potsdamer Plänen werde das Charisma der Stadt von Frankfurt platt gemacht.
"Das Land will uns einen besonderen Status verschaffen, ohne ihn zu definieren. Das geht gar nicht", sagte Junghanns. Er warb für einen breiten öffentlichen Dialog zum Thema Kreisfreiheit unter Führung des Oberbürgermeisters. Er empfahl ihm, dabei gemeinsam mit den bisherigen Oberbürgermeistern Wolfgang Pohl und Martin Patzelt aufzutreten und sich mit ihren Erfahrungen abzustimmen.
SPD-Fraktionschef Tilo Winkler warb für ein parteiübergreifendes Vorgehen in Frankfurt gegen die Potsdamer Pläne. Der Stadtverordnetenvorsitzende Wolfgang Neumann (Linke) begrüßte, dass Oberbürgermeister Wilke mit seinen zwölf Forderungen, die der Erklärung angefügt sind, einen wichtigen Diskussionsprozess in Gang gesetzt habe.
Die Fraktion Grüne/Pirat kritisierte den Leitbildentwurf ebenfalls. Fraktionschef Jörg Gleisenstein hält den Diskussionsstand der vorgelegten Erklärung jedoch für nicht ausreichend und belastbar. Als Schnellschuss würden die Mitglieder der Fraktion ihn ablehnen. Zwei Grüne-Stadtverordnete und auch ein AfD-Mitglied enthielten sich schließlich bei der Abstimmung.