Die Kreisfreiheit der bisher vier kreisfreien Städte in Brandenburg hat sich nach Auffassung der Frankfurter CDU bewährt. "Frankfurt sollte weiter kreisfrei bleiben", betonen Fraktionschef Peter Wolff und Kreisvorsitzender Thomas Bleck. Die örtliche Lage der Kommune in ihrer Funktion als Doppelstadt mit Slubice schließe es aus, sie zu einer bloß kreisangehörigen Stadt zu degradieren. Der neu gebildete Landkreis würde auch kaum in der Lage sein, die Interessen der Stadt Frankfurt als Oberzentrum zu vertreten. "Kreispolitik ist auf die Fläche ausgerichtet. Stadtpolitik kann auf die spezifischen Besonderheiten verdichteter Arbeits- und Wohnlagen besser eingehen", unterstreichen Wolff und Bleck. Die Kreisfreiheit der Stadt garantiere, dass sie Wirtschaftsförderung für sich selbst betreiben, wirtschaftlich leistungsfähig bleiben und als die größte Stadt in Ostbrandenburg weiter zukunftsorientierte Politik machen kann. "Starke Städte stehen für die hohe Lebensqualität einer Region", heben beide hervor.
Die Frankfurter CDU schließt generell eine Fusion weiterer Landkreise nicht aus. Sie sollte jedoch immer mit einer Funktionalreform erfolgen. Es mache keinen Sinn, große Verwaltungseinheiten zu schaffen, ohne die Kommunen in diesen großen Verwaltungseinheiten mit weiteren Aufgaben zu betrauen. Denn große Verwaltungseinheiten benötigten für ihre Ämter wiederum lokale Außenstellen, die ihrerseits untereinander kommunizieren müssen. "Eine solche Organisationsstruktur erschwert notwendiges Verwaltungshandeln", betonen die CDU-Politiker.
Die Überlegung, die Nachbarämter Brieskow-Finkenheerd und Odervorland der Stadt einzugemeinden, ist nach Meinung von Wolff und Bleck zunächst ohne Beteiligung der Menschen vorgebracht. Viele arbeiteten zwar in Frankfurt und pendelten täglich ein. Viele nutzten auch Sport- und Kulturangebote sowie Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt. Ein Bezug zu Frankfurt sei also vorhanden, Gebietsveränderungen sollten jedoch die lokale Identität der Bevölkerung bewahren. Die Menschen in den Ämtern Odervorland und Brieskow-Finkenheerd fühlten sich zunächst ihrer ländlichen Region verbunden. Insofern müsse auch hier erst über Funktionen gesprochen und daraus eine Struktur zum gegenseitigen Vorteil entwickelt werden.