Der Innenminister kündigte den Einsatz eines zusätzlichen Streifenwagens in Frankfurt an. Damit würden, wie vor der Polizeireform, wieder drei Streifenwagen in der Stadt unterwegs sein, sagte er am Montag bei einem Redaktionsbesuch. Holzschuher kündigte auch an, dass die deutlichen Mehrbelastungen der Polizei durch Gefangenentransporte nach der Schließung der Justizvollzugsanstalt überprüft werden sollen. "Die Transporte von Gefangenen dürfen nicht zu Lasten der Polizeipräsenz vor Ort gehen", sagte er. Holzschuher strebt "einen Ausgleich mit dem Justizministerium" an.
Der sinnvollste Weg bei der Bekämpfung der Grenzkriminalität ist für Holzschuher mehr Polizeipräsenz auf der Straße. Er halte jedoch nichts von Symbolpolitik. Eine zusätzliche Polizeiinspektion in Frankfurt beziehungsweise ihre Verlagerung von Fürstenwalde nach Frankfurt lehnt er ab. Dies führe nicht zu mehr Polizei auf der Straße. Holzschuher bekräftigte, durch geeignete Maßnahmen den Verfolgungsdruck auf kriminelle Banden zu erhöhen. Dazu gehörten mehr Kontrollen auf der Autobahn.
OB Martin Wilke hält an seiner Forderung nach einer Polizeiinspektion fest. "Eine Polizeiinspektion für die gesamte Grenzregion wäre ein Signal des Landes, sich dem Thema der Bekämpfung der Kriminalität in diesem Raum zu stellen", betonte er. Man habe zudem vorher gewarnt und gewusst, welche Auswirkungen die Schließung der Justizvollzugsanstalt auf die Polizeiarbeit haben werde. Trotzdem sei die Entscheidung durch das Land so getroffen worden. "Auch bei der Sicherheitslage liegt Frankfurt im Ranking auf Platz 402 in Deutschland. Ich erwarte, dass die Landesregierung sich daher diesem Thema entschiedener zuwendet", sagte Wilke zum Innenminister. Nur, wenn man dieses Problem gemeinsam mit der polnischen Seite angehe, könne die Stadt auch ihre zweifellos vorhandenen Chancen durch die Grenzlage intensiver nutzen.
Holzschuher sandte deutliche Signale zum Erhalt der Kreisfreiheit von Frankfurt aus. "Entscheidend bei weiteren Reformen ist, nichts zuzulassen, was die Städte im Land schwächt", betonte er. Städte wie Frankfurt seien die Anker in einer großen Fläche. "Aufgabe einer Gebietsreform ist es, die Städte zu stärken", sagte Holzschuher. Sein Eindruck sei, dass es in den vergangenen Monaten zu viele Vorfestlegungen gegeben habe. Auch die Landkreise müssten sich genauer damit auseinandersetzen, wie wichtig die Städte mit ihrer beispielsweise kulturellen und medizinischen Infrastruktur auch für ihre Bürger seien.
Holzschuher drückte die Erwartung aus, dass Frankfurt seine Sparbemühungen verstärkt. Bei den Pflichtleistungen, die die Stadt bringen muss, sollte das Verwaltungsmanagement unter die Kostenlupe genommen werden. Es gehe nicht darum, die Ansprüche zu kürzen, sondern den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, betonte Holzschuher.