Markus Rockstädt-Mies sagte im Gespräch mit dem Stadtboten, sein Unternehmen und die Mitarbeiter bräuchten jetzt vor allem Ruhe. Er hoffe, dass die aktuellen Geschehnisse keine Investoren abschrecken. "Wir wollen kein zweites First Solar erleben und getgoods weiter am Standort Frankfurt (Oder) haben", betonte er.
Nach der getgoods.de Vertriebs GmbH in der vergangenen Woche hatte am Montag auch die getgoods.de AG Insolvenzantrag beim Frankfurter Amtsgericht gestellt. Ebenfalls am Montag wurden die beiden Firmenstandorte sowie das Privathaus des Unternehmenschefs durchsucht, weil getgoods Handys verkauft haben soll, die nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Frankfurt im Besitz des Unternehmens Brightstare waren. Rockstädt-Mies wies diese Vorwürfe zurück. Er wolle sich jetzt zunächst um die Gespräche mit den Investoren kümmern. Die Gespräche führe er selbst. Gerüchte, wonach er als Vorstandsvorsitzender beurlaubt worden sei, seien falsch.
"Es gibt Investoren, die ein großes Interesse an uns haben. In den Gesprächen wollen wir schnell zusehen, dass wir den Standort Frankfurt sichern können. Dann werden wir uns auch um die anderen Themen kümmern. Da haben wir viel zu analysieren und aufzuarbeiten", sagte er. Im Gegenzug kündigte Rockstädt-Mies eine Schadenersatzanzeige seines Unternehmens an. Gegen wen die sich richtet, ließ er offen. "Wir prüfen das gerade. Ich denke, dass das in den nächsten zwei bis drei Wochen passiert. Das hängt natürlich auch davon ab, wie die Ermittlungen gegen uns laufen", sagte Rockstädt-Mies.
Dazu, welche Auswirkungen die Insolvenz von getgoods auf die Sponsorentätigkeit hat - das Unternehmen ist unter anderem Hauptsponsor des 1. FC Frankfurt - wollte sich Rockstädt-Mies nicht weiter äußern. "Das ist nicht meine Aufgabe, sondern die des Vereins-Schatzmeisters und des -Präsidenten. Ganz ehrlich gesagt ist das auch das kleinste Problem, was ich derzeit habe. Außerdem werde nicht ich darüber entscheiden. Das wird der neue Investor machen."
Was die Marktchancen von getgoods angeht, zeigt sich Rockstädt-Mies optimistisch. "Für das Unternehmen sehe ich die gleichen guten Perspektiven, wie noch vor einigen Wochen. Wir haben einen sensationellen Shop, der ein tolles Design hat. Die Mitarbeiter haben super Arbeit geleistet. Wenn wir das weiter fortführen und Gas geben, sind wir schnell wieder dort, wo wir waren." Aus einer Schwäche könne auch eine riesige Stärke entstehen.
Überrascht hätten ihn die verhältnismäßig positiven Reaktionen der Frankfurter Politik und einiger Bürger auf die Pleite. "Die hätten ja auch alle auf uns draufschlagen können. Das haben sie nicht getan. Wir haben eine unglaublich positive Resonanz aus der Stadt bekommen." Auch einige Menschen auf der Straße seien zu ihm gekommen und hätten gesagt, das Unternehmen packe es. "Das hat mich sehr gefreut", sagte Rockstädt Mies.
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