Im Bereich Karl-Marx-Straße, Lennépark schlugen und traten zwei 31-Jährige am Freitagabend einen 23-Jährigen, so dass dieser notärztlich behandelt werden musste. Der Betroffene sei ausländischer Herkunft, teilte Uwe Schulz von der Polizeidirektion Ost mit. Nähere Angaben zur Nationalität könnten aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht gemacht werden. Die beiden Tatverdächtigen hätten zuvor den Hitler-Gruß gezeigt. Das spätere Opfer habe sie zur Rede gestellt und sei daraufhin attackiert worden. Die Polizei nahm die zwei alkoholisierten Männer fest. Gegen sie werde wegen schwerer Körperverletzung und des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole ermittelt.
Nur wenige Stunden später beleidigten und bedrohten drei Männer mehrere Teilnehmer der Veranstaltung "res publica" auf dem Brückenplatz. Die nächtliche Lichtinstallation der Fotografen Jonatan Kurzwelly und Andrzej Lazowski ging gerade zu Ende, als sich die Gruppe gegen 22.30 Uhr lautstark näherte, berichtet Michael Kurzwelly vom Verein Slubfurt. Die Männer hätten gegen dort stehende Litfasssäulen geschlagen und getreten. "Als wir ihnen zuriefen, dass sie aufhören sollen, kamen sie auf uns zu". Zu dem Zeitpunkt hätten sich noch 13 Gäste auf dem Platz befunden, darunter Flüchtlinge aus Syrien und Afrika. "Es fielen Sätze wie, "ihr schwulen Multi-Kulti-Juden'. Außerdem attackierten sie einen Arzt aus Syrien. Sie drohten ihm damit, seinen Kopf abzuschneiden", erzählt er.
Er und andere Teilnehmer hätten daher versucht, die Polizei zu rufen, jedoch ohne Erfolg. "Als endlich jemand abnahm und ich zu sprechen anfing, schlug mir einer der Männer das Telefon aus der Hand. Der Akku fiel raus und das Gespräch wurde unterbrochen", so Kurzwelly. Kurz darauf sei er zu Boden gestoßen worden. Die Polizei kam nicht, trotzdem seien die Männer dann gegangen.
Am Sonnabend erstattete Michael Kurzwelly Strafanzeige wegen Körperverletzung. Wie ihm die Polizei mitgeteilt habe, wurde einem der Anrufe zwar nachgegangen. "Statt zum Brückenplatz soll die Streife aber zur Oderbrücke gefahren und dort wieder umgedreht sein."
Trotz dieses Missverständnisses und möglicherweise begrenzter Kapazitäten wegen des Übergriffes an der Karl-Marx-Straße hätte sich Kurzwelly gewünscht, dass die Polizei den Anrufen energischer nachgegangen wäre. "Wir haben uns etwas verlassen gefühlt", sagt er. Der Brückenplatz sei ein Ort der Integration und solle es bleiben.
Einen dritten Vorfall gab es Samstagabend am alten Kino in der Heilbronner Straße. Eine Zeugin informierte die Polizei über Jugendliche, die dort unter anderem "Sieg-Heil" brüllten. Die Polizei stellte die Tatverdächtigen, erteilte ihnen Platzverweise und erstattete Strafanzeige.
Am Wochenende hat es in Frankfurt eine Reihe fremdenfeindlicher, teils gewalttätiger Übergriffe gegeben.