Nun offiziell Herr im Hause: Seit 1. April gehören das Heizkraftwerk und das Spitzenlast-Heizwerk Nord den Stadtwerken. Für 23 Millionen Euro habe das Unternehmen beides gekauft, sagte Stadtwerkechef Jörg Thiem und sei damit Eigentümer der Anlagen, die bis dahin über einen Fonds finanziert waren, an dem rund 460 Kommanditisten Anteile hielten. Die Stadtwerke könnten nun auch allein über die Entwicklung von Heizkraftwerk und Heizwerk entscheiden, sagte Thiem. Zuvor gefertigte Gutachten hätten den guten Zustand der Anlagen bestätigt, so dass man sich entschlossen habe, die von Anfang an geplante Investition in diesem Jahr vorzunehmen. Innerhalb der kommenden zehn Jahre sollen die dafür aufgenommenen Kredite getilgt werden, wie Thiem sagte.
Die Stadtwerke gehören zu 
51 Prozent der Frankfurter Dienstleistungsholding GmbH (FDH), einer 100-prozentigen Tochterfirma der Stadt. Geschäftsführer sind Jörg Thiem und Michael Ebermann, Chef der Stadtverkehrsgesellschaft. Beide zogen gestern eine Bilanz für 2010: Der Konzern habe einen Umsatz von 102,1 Millionen Euro und 1,97 Millionen Euro Verlust gemacht – verursacht durch das negative Ergebnis der SVF. Öffentlicher Personennahverkehr sei nicht nur in Frankfurt ein Zuschussgeschäft, sagte Michael Ebermann zur Begründung. Die Stadtverkehrsgesellschaft fuhr 2010 demnach 
5,1 Millionen Euro Verluste ein. Ein Teil dieses Minus’ wird durch den bei den Stadtwerken erwirtschafteten Überschuss ausgeglichen. Die Stadtwerke erzielten den Angaben zufolge im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von 2,3 Millionen Euro, setzen bei Strom 41,5, bei Gas 23 und bei Fernwärme 22,3 Millionen Euro um.
Ebermann und Thiem kündigten an, dass sich die städtischen Gesellschaften unter dem Dach der FDH künftig verstärkt dem Umwelt- und Klimaschutz zuwenden wollen. Nicht nur durch die Versorgung großer Teile Frankfurts mit Fernwärme werde in dieser Hinsicht etwas getan, hieß es. So solle ein Solarkataster für Frankfurt und Eisenhüttenstadt erstellt werden und sei der kohlendioxidfreie Betrieb der Erdgastankstelle am Rande von Neuberesinchen vorgesehen. Die Stadtwerke setzten weiter auf Kraft-Wärmekopplung, wie sie mit dem Heizkraftwerk Am hohen Feld schon betrieben werde. Aufgebaut werden sollen Angebote für jene, die ihre Fahrzeuge wie Elektroautos oder -roller mit elektrischem Strom antreiben wollen. Zudem verfolgten die Stadtwerke ihr Klimabonusprogramm weiter. Sache der FDH sei die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf der Mülldeponie Seefichten, die im August ans Netz gehen soll.
Neben Stadtwerken und SVF gehören zur Dienstleistungsholding anteilig die Frankfurter Abfallwirtschaft GmbH sowie die Frankfurter Industrieservice GmbH (FIS) und die Stadtwerke Frankfurt (Oder) Netzgesellschaft mbH. Gegründet wurde die Holding im Zuge der Teilprivatisierung der Stadtwerke aus steuerlichen Gründen im Jahr 2001. Sie hat 410 Mitarbeiter und beschäftigt darüber hinaus 25 Auszubildende.
Informationen im Internet unter www.fdh-ffo.de