Angesichts der bevorstehenden Einschnitte sieht Bibliotheksleiter Dirk Wissen keine andere Möglichkeit, als auch im Haus 1 in der Bischofstraße einen Schließtag einzuführen und die Öffnungszeiten von derzeit acht auf sechs Stunden zu reduzieren. Er ahnt, „das wird Proteste geben“. Schon eine vorige Verkürzung der Öffnungszeiten, sei vor allem bei den älteren Nutzern schlecht aufgenommen worden. Doch auch wenn die Bücherei geöffnet ist, wird sich einiges ändern. „Es wird längere Wartezeiten und weniger Auskünfte geben“, so seine Einschätzung. Bei letzteren handelt es sich nicht nur um Tipps, wo ein bestimmtes Buch steht. Auch bei der Recherche nach Medien, der Entgegennahme von Leserwünschen und dem Bedienen der Computer benötigten viele Bibliotheksnutzer Hilfe.
Evelyn Kanig, Leiterin der Kinderbibliothek in der Collegienstraße, macht sich vor allem Sorgen darüber, wie sie künftig neue Leser gewinnen soll. „Es wird immer schwieriger, Kinder zum Lesen zu bringen, wir versuchen das mit Veranstaltungen zu kompensieren.“ Neben Vorlesestunden und der Beratung von Lehrern gehört zum Beispiel auch die Versorgung der Schulen mit sogenannten Medienpaketen zu bestimmten Unterrichtsinhalten zu ihrer Arbeit. „Es ist so viel mehr, als Bücher über den Tisch zu reichen. Es ist ein täglicher Kampf um den Leser“, so Evelyn Kanigs Beschreibung ihrer Aufgaben. Wo die Bibliothek hinsteuert, wenn sie sich nicht mehr um den Lesenachwuchs kümmern kann, will sie sich gar nicht ausmalen.
Das Fazit des Bibliothekleiters: „Die Grundversorgung ist dann nicht mehr gesichert“.