Während des Spiels zauberte Tatyana Khodorenko ein verschneites russisches Dorf, das weite Meer, einen fahrenden Ofen, einen Zarenpalast, 
zickige Schwägerinnen, eine Armee, eine verwöhnte Prinzessin und nicht zuletzt einen Zauberfisch hervor. Auf Deutsch mit russischem Akzent erzählte die studierte Puppenspielerin, die seit 1996 in Deutschland lebt, die Geschichte des Dummkopfes Jemelja. Sein Lieblingssatz ist: „Ich habe keine Lust“ und nur mit viel Überredungskunst lässt er sich zum Wasserholen schicken. Dort allerdings trifft er auf den funkelnden Zauberfisch, der ihm fortan das Leben leicht macht.
Mit erstaunlichem Einfallsreichtum und großer Liebe zum Detail haben Tatyana Khodorenko und ihre Kollegen die gesamte russische Märchenwelt in die bauchige Matroschka gezaubert. Die Kinder im Zuschauerraum – vor allem Hortkinder aus Booßen waren Mittwochnachmittag dabei – kicherten über so liebenswürdige Details wie rauchende Schornsteine und plärrende Babys in der Wiege. In freudiges Kreischen kippte die Stimmung, als die Prinzessin vor lauter Liebe zu ihrem Dummkopf Jemelja in Tränen ausbricht und sie kleine Wasserstrahlen ins Publikum schießt.
Das russische Märchen war der Auftakt zum 3. Osthafen Festival für osteuropäisches Puppen- und Objekttheater, das noch bis Sonntag im Theater des Lachens läuft. Am Donnerstag um 9.30 Uhr wird „Jemelja und der Zauberfisch“ ein letztes Mal gezeigt. Nach dem Vorgeschmack wird um 17 Uhr das Osthafen-Festival offiziell eröffnet. Anschließend sind die Stücke „Die Dornröschenmanipulation – Ein Schlamassel“ (18 Uhr) und „Sandkasten“ (20 Uhr) zu sehen. Ab 22 Uhr spielt die Gruppe Valderrama.