2022 will die Stadt die marode Brücke über die Gleisanlagen samt Zugang zum Bahnsteig abreißen und ersetzen. Zugleich plant die DB Station&Service, den Bahnsteig zu verlängern und einen Fahrstuhl einzubauen. Eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer soll während dieser Zeit dafür sorgen, dass der Ortsteil dann nicht völlig zerschnitten wird. Ob tatsächlich 2022 gebaut werden kann, ist weiter offen. Unterschrieben sind die Verträge noch nicht. Auch eine Bestätigung der beantragten Sperrpausen seitens der DB steht noch aus. 14 Monate sind für den 5,4 Millionen Euro teuren, dringend nötigen Brückenneubau eingeplant. Die Bahn hat der Stadt während der Bauzeit einen Schienenersatzverkehr angeboten.
Doch die Rosengartener fühlen sich "nicht mit einbezogen in die Entscheidungen", sagte Ortsvorsteher Christian Mirle am Dienstag. Eine Bürgerinitiative sammele inzwischen Unterschriften dafür, dass der Zugang zum Bahnsteig auch während der Bauphase erhalten bleibt. Dafür bräuchte es eine zusätzliche Brücke. Aus Sicht der Stadt sprechen allerdings zu viele Punkte dagegen. Das habe eine Vorplanung ergeben, informierte der Oberbürgermeister. Zum einen würden sich die Bauzeiten durch eine weitere Brücke "und damit die Belastung durch die Baustelle" um mindestens vier Monate verlängern. "Und auch in dieser Zeit wäre der Bahnsteig nicht nutzbar", so der OB. Das gleiche gelte während der Bauarbeiten am Bahnsteig selbst. Ganz ausgesetzt sei der Bahnverkehr ohnehin, wenn die alte Brücke abgerissen und die neue montiert werde. Zum anderen würde allein der reine Bau eines solchen provisorischen Brückenzugangs gegenwärtig rund 480 000 Euro kosten. Und es kämen weitere Kosten hinzu, beispielsweise für die Flächen oder einen trotzdem temporär einzurichtenden Ersatzverkehr.
Das Angebot der Bahn für den Schienenersatzverkehr während der gesamten Bauzeit liege demgegenüber bei rund 380 000 Euro, rechnete René Wilke vor. Mit Ersatzbussen solle sich die Gesamtfahrzeit dann "laut DB Regio um zumutbare 15 Minuten erhöhen". Von den Maßnahmen betroffen wären aktuell – wie eine Fahrgasterhebung der DB ergeben hat – maximal 172 Fahrgäste am Tag. Darunter auch Pendler aus Frankfurt, die ihr Auto in Rosengarten kostenlos parken können.