Vor der ersten Abfahrt durften einige Kinder in der Fahrerkabine Platz nehmen. Auch Oberbürgermeister Martin Wilke ließ es sich nicht nehmen, eine kurze Einweisung in die Technik zu bekommen. Danach übernahm Thomas Jachning das Steuer. "Die schlackert nicht, bremst besser und alles lässt sich über Touchscreen bedienen", berichtete der Werkstattleiter der SVF über das neue Fahrgefühl. Auch der Frankfurter Ingo Weiher, dessen Sohn Matthias im Rollstuhl sitzt, zeigte sich begeistert: "Wir hatten genug Platz und kamen gut in die Straßenbahn rein."
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Für Menschen wie Matthias Weiher will die Stadt in den nächsten Jahren 13 neue Niederflurbahnen kaufen, die die alten Tatra-Bahnen ersetzen sollen. Hintergrund ist das Personenbeförderungsgesetz des Bundes, das einen barrierefreien öffentlichen Nahverkehr bis zum Jahr 2022 in Deutschland vorschreibt.
Die Umsetzbarkeit des Gesetzes wurde beim "Tag für die Fahrgäste" öffentlich diskutiert: "Das ist sehr ambitioniert, schließlich kostet jede dieser Bahnen 2,5 Millionen Euro", prognostizierte Dezernent Markus Derling in einer Gesprächsrunde mit der Moderatorin Rita Walter. "Nichtsdestotrotz spielt Barrierefreiheit durch die demographische Entwicklung in der Stadt eine enorm wichtige Rolle für die zukünftige Attraktivität des Nahverkehrs."
Das andere große Thema an diesem Tag lautete Elektro-Mobilität. So konnten Besucher am Stand von Fahrrad-Rentsch diverse E-Bikes ausprobieren oder bei den Stadtwerken eine Probefahrt in einem Elektro-Golf vereinbaren. Aber auch Liebhaber von historischen Bus- und Straßenbahn-Modellen kamen auf ihre Kosten: Ralf und Claudia Großkopp vom Verein "Straßenbahnfreunde Chemnitz" hatten einen "Ikarus"-Bus von 1990 mitgebracht. Dazu waren auch wieder historische Straßenbahnen mit Handkurbel unterwegs.
Für Unterhaltung im Laufe des Tages sorgten der Rock-Musiker Uwe Kolberg aus Templin und die Hip-Hop-Tanzschule von Sven Seeger. Die Bühne war im Gräfin-Dönhoff-Gebäude aufgebaut, weil die Veranstalter mit Regen gerechnet hatten. "Zum Glück ist das Wetter stabil geblieben", sagte SVF-Geschäftsführer Wolfgang Worf zur Eröffnung. Der nächste "Tag für die Fahrgäste" findet in zwei Jahren statt - dann zum 120-jährigen Jubiläum der Straßenbahn in Frankfurt.
Beim "Tag für die Fahrgäste" der SVF konnte die neueste Straßenbahn-Generation getestet werden