Jedoch ist der Name Honigkirche eigentlich falsch. Denn der Altar im Inneren, der die Form einer Wabe hat, besteht nicht aus Honig, sondern aus Bienenwachs. Und die predigende Wand dahinter leuchtet deshalb, weil in den Wachs, der in 80 Schichten aufgetragen wurde, Blütenstaub beigemischt worden ist. Das erzählt die Katechetin Marianne Stein, die ab und an in der Hoffnungskirche predigt. Eine knappe Tonne Wachs habe die Künstlerin Brigitte Trennhaus vor 15 Jahren für die Wand und den Altar verwendet. "Alles Natur."
Nun wird am kommenden Sonntag in Neu Hartmannsdorf allerdings nicht das kleine Jubiläum dieses künstlerischen Natur-Ereignisses gefeiert, sondern die Grundsteinlegung der Kirche. Den Auftakt bildet der Festgottesdienst um 14 Uhr. Danach treten Chor und Bläser der Kirchengemeinde Spreenhagen auf. Ab 15.30 Uhr gibt es in einem Festzelt im Ort Kaffee und Kuchen. Und um 17 Uhr tritt Sören Wendt mit seiner Böhmischen Wanderharfe in der Kirche auf. Aus den entlegensten Ecken reisen Touristen an, um das Innere des kleinen grünen Gotteshaus zu besichtigen. "Die Leute kommen bis aus Asien", sagt Marianne Stein. Grund ist aber nicht nur der einmalige Altar, sondern auch die predigende Wand, auf der im unteren Teil zum Beispiel Wörter wie Not oder Elend stehen. Je näher man zum Kreuz komme, das an der Wand hängt, treffe man auf Begriffe, die ein sinnvolles Leben umschreiben, so Marianne Stein. Auch das Kreuz ist etwas ganz Besonderes. Es besteht aus Buchstaben aus Rüsterholz, die sowohl vertikal als auch horizontal das Wort "Licht" ergeben.